Wasserkraft

Strom aus (Turbinen-)Wasserkraft bietet auch in Deutschland weiteres Potenzial

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Wasserkraft in neuen Dimensionen

Im chinesischen Wasserkraftwerk Xiluodu am Jinsha-Fluss ist Mitte August 2013 die leistungsstärkste Generator-Turbinen-Einheit in Betrieb gegangen, die Voith je gebaut hat. Nach erfolgreichem 72-stündigem Testlauf übergab Voith die erste von insgesamt drei dieser Maschinen an den Kunden China Three Gorges Corporation. Mit 784 MW setzt die Generator-Turbinen-Einheit in Xiluodu neue Maßstäbe. Die Gesamt-Leistung der drei Voith-Einheiten für Xiluodu wird nach Fertigstellung in etwa dem leistungsfähigsten Kernkraftwerk Deutschlands entsprechen. Wenn das Kraftwerk Xiluodu im Juni 2014 komplett ans Netz geht, wird es mit seinen insgesamt 18 Maschineneinheiten eine Nennleistung von 13,86 GW haben.

China ist einer der größten Märkte für Wasserkraft. Derzeit hat das Land Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 250 GW installiert. Aber dort könnte noch mehr Strom mithilfe der Wasserkraft erzeugt werden: Ausbaufähig sind insgesamt 466 GW Leistung, so Voith.

Wellenkraft mit Zukunft

Auch die Nutzbarmachung der Wellenenergie von Meereswasser wird als Träger regenerativer Energie erprobt. Anders als in einem Gezeitenkraftwerk nutzt man hier die komplette Energie der Wellenbewegungen und nicht nur den Energieunterschied bei Ebbe und Flut. Das theoretisch nutzbare Potenzial der Meereskraft wird weltweit auf 6000 bis 15 000 TWh geschätzt, davon dürften auf Europa etwa 2000 TWh entfallen, der größte Teil davon vor den britischen Inseln und Norwegen, so Vattenfall. Das Unternehmen beteiligt sich an internationalen Studien und Tests zur technischen Entwicklung der Meeresenergie, möglicher Umweltbelastungen und potenzieller Standorte künftiger Wellenkraftwerke.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, um Wellenenergie zu nutzen. Voith setzt auf die oszillierende Wassersäule: Bei dieser Technologie kommen die Meeres-Turbinen nicht mit Wasser in Berührung. Stattdessen wird eine Luftsäule in Bewegung gesetzt, die die Maschinen antreibt. Die Wellen schwappen in einen Hohlbehälter hinein, der zum Meer hin offen ist. Dadurch wird die Luftsäule im so genannten Kollektor komprimiert und entspannt – ganz ähnlich dem Funktionsprinzip einer Luftpumpe. Das Kraftwerk atmet ein und aus. Dieser Druckunterschied wird von einer nach ihrem Erfinder benannten Wells-Turbine in Rotationsenergie umgesetzt, die dann von einem Generator in Elektrizität umgewandelt wird.

Im Sommer 2011 ging in Mutriku, einer Hafenstadt an der spanischen Nordküste, das erste kommerziell genutzte Wellenkraftwerk der Welt in Betrieb. Es ist mit 16 Wells-Turbinen-Einheiten von Voith ausgerüstet. Das Wellenkraftwerk Mutriku hat eine Gesamtleistung von 300 kW und produziert Strom für 250 Haushalte.

Fazit: Wasserkraft ist die größte, älteste und dabei zuverlässigste Form erneuerbarer Energieerzeugung. Das in Deutschland vorhandene Potenzial sollte schleunigst genutzt werden – selbst wenn dabei der eine oder andere Fisch auf der Strecke bleiben sollte.

* Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für PROCESS.

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