Exklusiv-Interview

Stoffliche Braunkohleverwertung: „Uns läuft die Zeit davon!“

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Hintergrund

Szenarien der Bundesnetzagentur zeigen: Die Nettoleistung der Braunkohlekraftwerke dürfte sich in Deutschland bis 2035 etwa halbieren. Hauptgründe sind die Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik und die Energiewende des Bundes, die auf die weitgehende Ersetzung fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien setzen.

Mit der schrittweisen Ablösung der Braunkohle aus der Verstromung ergeben sich neue Nutzungsperspektiven, etwa in der Chemieindustrie: Die mit rund 190 Milliarden Euro Umsatz in 2014 und etwa 438 000 Mitarbeitern drittgrößte deutsche Industriebranche kann daraus – umgewandelt in Synthesegas – werthaltige Basis- und Spezialchemikalien, Reduktionsmittel und synthetische Kraftstoffe herstellen. Auf diese Weise lässt sich der noch gut 200–300 Jahre abbaubare heimische Bodenschatz schadstoffärmer und umweltschonender einsetzen als durch bloße Verbrennung. Derzeit arbeiten rund 21 400 Beschäftigte im Braunkohlenbergbau; unter Einbeziehung vor- und nachgelagerter Sektoren – Gewinnung, Verstromung und Veredelung – und deren indirekter Effekte auf Konsum, Wirtschaft und Beschäftigung umfasst der Wirtschaftszweig Braunkohle weit über 80 000 wettbewerbsfähige Arbeitsplätze.

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Weiterführende Informationen:

Um die Forschungs- und Innovationsentwicklung der stofflichen Braunkohlenutzung voranzutreiben, wurden interdisziplinäre Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen, Universitäten, KMU und Großunternehmen etabliert. Im Rahmen dreier vom BMBF geförderter Großforschungsprojekte werden aktuell anwendungs- und technologieorientierte Forschungsaktivitäten sowie Grundlagenforschung auf diesem Feld durchgeführt:

Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern: Deutsches EnergieRohstoff-Zentrum Freiberg (DER): www.energierohstoffzentrum.de

Regionaler Wachstumskern „Innovative Braunkohlenintegration in Mitteldeutschland ibi“: www.ibi-wachstumskern.de

Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK Virtuhcon): www.virtuhcon.de

Ausgewählte Publikationen von Prof. Meyer finden Sie hier.

* Das Gespräch führte Ronny Eckert, Innovationspublizist in Berlin.

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