Baustein-Bibliothek für Steuerungsprogramme Standardisierte Baustein-Bibliothek für Abwasser- und Trinkwasserbetriebe
Aufgrund der stetig steigenden Anforderungen an wasserwirtschaftliche Anlagen und die dort tätigen Mitarbeiter wird es immer wichtiger, die Vielfalt der eingesetzten Software und Ausrüstung durch Standards zu begrenzen. Eine standardisierte und anwenderfreundliche Baustein-Bibliothek für die Steuerungsprogramme ist ein wesentlicher Bestandteil, um Engineering-Kosten zu senken und die Störungssuche für das Service-Personal einfacher zu gestalten.
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Im Zusammenspiel mit der unterlagerten Kläranlage Hoetmar und einem weit verzweigten Netz an Pumpstationen und Kanälen sorgt der Abwasserbetrieb Warendorf für die Sammlung und Reinigung des Abwassers von 40 000 Einwohnern sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen. Die Reinigungsleistung der Anlage beläuft sich auf 80 000 Einwohnerwerte (EW).
Im Rahmen einer Modernisierungsmaßnahme nutzt der Betreiber der Kläranlage Warendorf schon seit 2008 Steuerungstechnik von Phoenix Contact. Wegen der guten Zusammenarbeit sprachen sich die Verantwortlichen beim Retrofit der Kläranlage Hoetmar sowie einiger Außenbauwerke ebenfalls für die Zusammenarbeit mit dem Blomberger Automatisierungsspezialisten aus. Dabei wurde der Wunsch nach einer standardisierten Baustein-Bibliothek geäußert, sodass die verschiedenen Anlagen einheitlich programmiert werden können.
Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die Branchenspezialisten von Phoenix Contact bereits an einer neuen Prozess-Bibliothek für wasser- und abwassertechnische Anlagen. Das Projekt wurde in Kooperation mit den Mitarbeitern der Kläranlage Warendorf fortgeführt, wobei beide Unternehmen von den Ergebnissen profitieren. So hat das detaillierte Applikations-Know-how des Warendorfer Teams die branchenspezifischen Funktionen der Lösung erweitert und zu einem anwenderfreundlichen Aufbau der Prozess-Bibliothek beigetragen.
Einfache Bedienung selbst selten verwendeter Funktionen
Vom Scada-System über die Steuerung bis zu den Prozessen setzt die Kläranlage Warendorf auf aktuelle Technik. Denn die moderne Ausrüstung des Betriebs bildet die Basis für eine durchgängige Optimierung der Prozesse und damit eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie die wirtschaftliche Umsetzung aller anfallenden Aufgaben. Hierfür müssen die Kläranlagen-Mitarbeiter ständig auf sämtliche Stationen und deren relevante Prozessdaten zugreifen können.
Die dazu notwendige technische Ausrüstung sollte einfach bedienbar sein, um eine lange Einarbeitungszeit zu vermeiden und die schnelle Reaktion im Störungsfall sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund kam dem Motto „Vom Anwender für den Anwender“ bei der Erstellung der Prozess-Bibliothek eine zentrale Bedeutung zu. Entstanden ist eine Lösung, die es dem Personal der Kläranlagen selbst bei seltener Verwendung der Funktionen ermöglicht, Fehler zeitnah zu finden und Verbesserungen in den Prozessen durchzuführen.
In Warendorf wird der komplette Klärprozess mit Komponenten und Systemen von Phoenix Contact auf Basis der Profinet-Technologie realisiert. Der modulare Aufbau der Steuerungstechnik, die sich flexibel um die jeweils benötigten Standard- und Funktionsmodule ergänzen lässt, reduziert den Lagerbestand der unterschiedlichen Geräte erheblich, ohne die Anlagenverfügbarkeit negativ zu beeinflussen.
Müssen einzelne Prozesse wegen höherer Anforderungen auf eine leistungsfähigere Steuerungsklasse umgestellt werden, können die Mitarbeiter die gleichen I/O-Module aus der Produktfamilie Inline anreihen, die bereits bei der auszutauschenden SPS genutzt wurden; das Anwenderprogramm ist ebenfalls weiterhin nutzbar. Zur Steuerung und Überwachung der Anlagenteile sind Touch Panel direkt an den verschiedenen Stationen installiert. Somit kann das Personal jederzeit autark auf die erforderlichen Informationen zugreifen und die notwendigen Eingriffe in den Prozess direkt vor Ort vornehmen.
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