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Arzneimittelversorgung: Entwicklungen und Trends

Spezialtherapeutika spielen zunehmende Rolle

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„Diese Unterschiede hängen zum einen mit der Morbidität der Bevölkerung in den Regionen zusammen. Zum anderen spielen die Instrumente zur Verordnungssteuerung eine Rolle. Hier gibt es zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen der einzelnen Gebiete zum Teil deutliche Unterschiede“, so Wald-Eßer weiter.

Über 6,5 Milliarden Einsparungen aus Hersteller-Zwangsabschlägen und Rabattverträgen

Die Einsparungen aus verschiedenen Nachlässen pharmazeutischer Hersteller belaufen sich in Summe auf über 6,5 Milliarden Euro. Davon entfallen gut 2,8 Milliarden Euro auf Zwangsabschläge. Hierbei besonders erwähnenswert: Das aus Erstattungsbeträgen resultierende Einsparvolumen überspringt 2016 erstmals die Milliardenmarke (Abb. 3 in der Bildergalerie).

Bildergalerie

Bis Dezember 2016 wurden für 118 Arzneimittel Erstattungsbeträge festgesetzt. Auf diese Präparate entfällt im Jahr 2016 ein Marktanteil von 12 % des GKV-Umsatzes[5]. Im Zuge von immer mehr neuen Präparaten im Markt wird auch das Volumen der durch die ausgehandelten Erstattungsbeträge erzielten Einsparungen weiter ansteigen. Für 2017 dürfte es die Beträge der übrigen Nachlässe bereits deutlich überflügeln.

Zu diesen Einsparungen addieren sich weitere aus Rabattverträgen nach § 130 SGB V, die sich für 2016 hochgerechnet auf gut 3,7 Mrd. Euro belaufen. Dazu passt, dass in mehreren analysierten Arzneisegmenten – Generika, patentgeschützten Originalen und Altoriginalen mit ausgelaufenem Patent – der Anteil abgegebener rabattierter Medikamente in 2016 gestiegen ist.

Grippe-/Erkältungswelle befördert Umsatz mit Erkältungsprodukten

Die Erkältungs- bzw. Grippewelle im Winter 2016/2017 war deutlich stärker ausgeprägt als in den Vorjahren. Dadurch stieg der Umsatz mit Erkältungsmitteln und liegt seit November deutlich über den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Im Monatsvergleich November und Dezember 2016 sowie Januar 2017 ergeben sich gegenüber Vorjahr bei rezeptfreien Produkten zweistellige Zuwächse sowohl im Verkauf über die Vorortapotheke als auch über den Versandhandel.

Link zu den Ergebnissen der Marktforschung Ergänzende Informationen zur Marktforschung „Entwicklungen und Trends in der Arzneimittelversorgung 2016“ können Sie auf der Seite von Quintiles IMS kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Unabhängig von der Erkältungswelle zeigt sich über den elektronischen/telefonischen Bestellweg hinsichtlich der seit dem EuGH-Urteil von Oktober letzten Jahres viel diskutierten Frage nach dem Versand rezeptpflichtiger Medikamente bislang nur ein marginaler Anstieg.

* Quelle: Quintiles IMS

* [1] Einbezogene Länder: USA, Kanada, Japan, EU 5 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien), „Pharmerging“ (China, Brasilien, Indien, Russland, Türkei, Mexiko)

* 2 Basis: Abgabepreis des pharmazeutischen Herstellers ohne Abzug jeglicher Rabatte im Apothekenmarkt, berechnete Preise im Klinikmarkt

* 3 Basis: Umsatz zum Apothekenverkaufspreis abzüglich Zwangsabschlägen von Herstellern und Apotheken sowie Rabatten aus Erstattungsbeträgen

* 4 AVP nach Abzug von Hersteller- und Apothekenabschlägen, ohne Einsparungen aus Rabattverträgen

* 5 Zu AVP abzgl. Zwangsabschlägen von Herstellern und Apotheken

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