Technische Gase SOL investiert in Produktionsanlage für technische Gase

Redakteur: Frank Jablonski

Im Industriepark Höchst beginnt der Bau einer neuen Produktionsanlage: Der italienische Industriegase-Konzern SOL investiert rund 15 Millionen Euro in eine Anlage zur Verflüssigung von Sauerstoff und Stickstoff.

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Frankfurt – Derzeit sind die Gründungsarbeiten einer besonderen Baustelle im südlichen Teil des Industrieparks Höchst im vollen Gange (PROCESS berichtete). Hier wird das Fundament der zukünftigen Produktionsanlage von technischen Gasen gelegt. Dieses Fundament wird auf Pfählen ruhen, die bis zu 20 Meter tief in das Erdreich gerammt werden. Außerdem wird ein Tanklager für die Gase entstehen.

Infraserv Höchst übernimmt Betrieb der neuen Anlage

Bauherr der Anlage ist SOL, den Betrieb und das Management wird Infraserv Höchst übernehmen. Dabei wird Infraserv auch die Versorgung der Anlage mit Rohstoffen und die Infrastruktur für den Betrieb sicherstellen. In räumlicher Nähe zur SOL-Anlage betreibt Infraserv Höchst eine Luftzerlegungsanlage zur Produktion technischer Gase, mit der die Unternehmen im Industriepark und auch externe Kunden versorgt werden. „Die SOL-Anlage wird von unserer Luftzerlegungsanlage mit gasförmigem Stickstoff und Sauerstoff versorgt werden. Die personelle Betreuung erfolgt ebenfalls von dort. Die räumliche Nähe ist also in jeder Hinsicht vorteilhaft und die Versorgungswege über unseren Rohrnetzverbund sind extrem kurz“, so Dr. Heinrich Lienkamp, Projektleiter bei Infraserv Höchst.

Die Produktionsanlage wird nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet. Sauerstoff und Stickstoff werden in einem Verflüssigungskreislauf bis zu ihrem Siedepunkt abgekühlt und dadurch verflüssigt. Dabei wird das Volumen der Gase um das 700 bis 800fache reduziert. So lassen sie sich dann in Druckgasbehältern bei einer Temperatur bis zu -197 Grad Celsius aufbewahren und transportieren.

Hochreine technische Gase gefragt

SOL will mit den im Industriepark produzierten hochreinen technischen Gasen den medizinischen Markt und die Nahrungsmittelindustrie in Deutschland und im benachbarten Ausland beliefern. Hier finden Stickstoff und Sauerstoff vielfache Anwendung, beispielsweise Stickstoff zum Frosten und Kühlen oder zur Schutzverpackung von Lebensmitteln. Reiner Sauerstoff kommt unter anderem im medizinischen Bereich bei stationären oder mobilen Beatmungsgeräten zum Einsatz.

Grund dafür, dass SOL sich für den Industriepark Höchst als Produktionsstandort entschieden hat, seien die guten Rahmenbedingungen und die exzellente Infrastruktur im Industriepark Höchst gewesen, so Aldo Fumagalli Romario, Geschäftsführer von SOL in Italien. Außerdem hat ihn das qualifizierte Dienstleistungsangebot von Infraserv überzeugt: “Wir haben mit Infraserv Höchst einen starken Partner, mit dem wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern und unser Ziel, den deutschen und mitteleuropäischen Markt mit hoch qualifizierten Dienstleistungen für den industriellen und medizinischen Bereich zu versorgen, erfolgreich umsetzen können.“ Auch Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, begrüßt die Neuansiedlung im Industriepark: „Wir freuen uns, mit SOL ein international tätiges, am Markt bereits erfolgreiches Unternehmen an den Standort geholt zu haben. SOL passt aus unserer Sicht hervorragend in den Verbund der hier produzierenden und forschenden Unternehmen, sodass sich für SOL wie auch für Infraserv Synergieeffekte realisieren lassen.“

Hintergrund

SOL S.p.A. ist ein börsennotiertes Unternehmen aus Monza, Italien, und derzeit in 15 europäischen Ländern vertreten. Die SOL-Gruppe ist seit 1927 auf die Produktion von medizinischen und technischen Gasen sowie damit zusammenhängende Anwendungen spezialisiert. Die Produkte finden Anwendung in der Industrie und in der medizinischen Versorgung sowohl in Krankenhäusern wie auch im häuslichen Bereich. SOL erreichte 2006 mit 1600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 393 Millionen Euro. In Deutschland ist SOL seit zehn Jahren mit zwei Tochterfirmen vertreten: T.M.G. - Technische und Medizinische Gase, die an den Standorten Krefeld und Gersthofen medizinische und technische Gase herstellt, und Vivisol Deutschland, die über ein deutschlandweites Netzwerk medizinische Geräte unter anderem für die Sauerstoff- und Beatmungstherapie vertreibt.

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