Suchen

Achema-Trendbericht: Modularisierung

So viel Potenzial bietet der modulare Anlagenbau

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

In erfolgreichen Fallstudien wurde das Potenzial für die chemische Industrie nachgewiesen. Während des Projekts wurden zudem erste Design-Richtlinien und -Standards angewandt, die die Flexibilität einer Produktionsanlage durch austauschbare PEAs erhöhten. Neben den öffentlich geförderten Projekten haben Chemiekonzerne und Lieferanten damit begonnen, derartige Konzepte umzusetzen. Da gemeinsame Vorstellungen über den Grad von Modularisierung und Standardisierung fehlten, wurden verschiedene Wege eingeschlagen, um die Modularisierung in diesen Unternehmen anzugehen:

  • BASF nutzt maßgefertigte Container für die kleinskalige Produktion, die in zentralen Werkstätten gefertigt werden.
  • Evonik verwendet Container als standardisierte mobile Infrastruktur-Plattform (Eco-Trainer) für die Prozessentwicklung und anschließende kleinskalige Produktion. Darüber hinaus führt der Konzern einen dem F3-Factory-Konzept ähnlichen modularen Frame für die Prozessentwicklung ein.
  • Merck arbeitet in einer Umgebung, in der die Markteinführungszeit ein sensibler Faktor für neue Produkte ist. Die kleinskaligen kontinuierlichen Produktionsanlagen beruhen auf dem Mehrprozessanlagenkonzept, das eine hohe Flexibilität verbunden mit Prozessintensivierung gewährleistet.
  • Clariant unterscheidet zwischen modularen Anlagenkonzepten, die spezifische Bedürfnisse wie den Markteintritt (schnell und zuverlässig) und Arten von Technologietransfer ansprechen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an Pilotprojekten mit Schwerpunkt Formulierung und chemische Reaktionen.
  • Invite bietet Engineering-Services für modulare Anlagen gemäß dem F3 Factory-Konzept. Dazu zählen ein Basic- und Detail-Engineering sowie Prüfungen und Tests von modularen Anlagen in einem Technikum.

Chemiekonzerne und Lieferanten setzen auf Modularisierung

Nicht nur Chemiekonzerne, auch Lieferanten setzen auf Modularisierung: Zeton bietet modulare Labor-, Mini- und Pilotanlagen für verschiedene chemische Sektoren. Integrated Lab Solutions (ILS) baut kompakte Labor- und Mini-Anlagen für Hochdurchsatzverfahren mit ME. Hte stellt Technologien und Services für verbesserte F&E-Produktivität basierend auf einer Hochdurchsatztechnologie-Plattform zur Verfügung.

Bildergalerie

Lonza und Ehrfeld bieten modulare Mikroreaktoren für die kontinuierliche Produktion. Darüber hinaus entwickelt Hitec Zang ein Laborautomatisierungssystem, das eine schnelle Realisierung von Batch-Sequenz-Protokollen ermöglichen soll.

Um das Ziel einer vollständig modular konzipierten und gebauten Anlage zu erreichen, bedarf es noch einiger Anstrengungen, besonders bei der Standardisierung von Ausrüstung und Automationstechnologie. Eine zentrale Voraussetzung ist die Entwicklung von Standard-Lösungen für wiederholt auftretende Probleme (wie Lagern, Dosieren oder Mischen) und die Definition von Richtlinien für die Konzipierung neuer PEDs. Diese basieren typischerweise nicht auf proprietärem Wissen und können gemeinsam von mehreren Unternehmen entwickelt und von Lieferanten gebaut werden. Auf der anderen Seite müssen PEDs individuell entworfen oder abgeändert werden, wenn kein geeignetes PED verfügbar ist oder Rahmenbedingungen ein individuelles Design unabdingbar machen.

Um die PEAs in Betrieb zu nehmen, sind Schnittstellen erforderlich, die den Anforderungen einer Vielzahl verschiedener Prozesse entsprechen. Obwohl Schnittstellen für häufig angewandte Anschlüsse standardisiert werden müssen, ist ein bestimmter Grad an Freiheit nötig, damit eine schnelle PEA-Installation und -Neukonfiguration möglich wird. Bei häufigem Austausch sind starre Schnittstellen erforderlich, die ein schnelles An- und Abkoppeln ermöglichen. Das kann jedoch erhebliche Mehrkosten verursachen. Daher ist es wichtig, einen sinnvollen Kompromiss zwischen Standardisierung und Flexibilität zu finden.

Special zur Achema 2018 Ob Branchennews, innovative Produkte, Bildergalerien oder auch exklusive Videointerviews. Sichern auch Sie sich diesen Informationsvorsprung und schauen Sie auf unserer Landingpage zur Achema 2018 vorbei. Es lohnt sich!

Für Sie auch interessant: unser Kompendium zum Thema Gefriertrocknung.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45191393)