Großforschungszentrum So soll die Chemiewirtschaft in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft transformiert werden

Quelle: Pressemitteilung IDW

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Im Chemiedreieck Halle/Merseburg/Bitterfeld am Standort Delitzsch soll eines von zwei neuen Großforschungszentren entstehen. Ziel des Konzepts für das "Center for the Tranformation of Chemistry" (CTC) ist es, die bisher lineare Chemiewirtschaft in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu transformieren.

Das Bild zeigt die Visualisierung des Entwurfskonzepts zur Etablierung des CTC auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Delitzsch.(Bild:  HDR GmbH)
Das Bild zeigt die Visualisierung des Entwurfskonzepts zur Etablierung des CTC auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Delitzsch.
(Bild: HDR GmbH)

Aus knapp 100 Ideen ist das Konzept für das CTC zum Aufbau eines von zwei neuen Großforschungszentren im gemeinsamen Wettbewerb „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ von Bundesministerium für Bildung und Forschung, Freistaat Sachsen und Land Sachsen-Anhalt ausgewählt worden.

Die Chemieindustrie ist für Deutschland einer der wichtigsten Industriezweige und grundlegend für die Wertschöpfungsketten zahlreicher weiterer Wirtschaftszweige – Chemie steckt in 97% aller Produkte. Die hohe Abhängigkeit der Chemie von fossilen Quellen einerseits als Energielieferant für Herstellungsprozesse und andererseits als Rohstoffbasis für chemische Stoffe und Produkte macht das bestehende System anfällig für Krisen aus Preisanstiegen und Unsicherheiten in den Zulieferketten. Jüngstes Beispiel ist der Ukraine-Konflikt.

Europäische Klimaziele ohne Transformation nicht umzusetzen

„Um die Versorgung und das Funktionieren der gesamten Wirtschaft am Standort Deutschland zu sichern, ist es dringend notwendig, Ausgangsstoffe, Prozesse und Produkte neu zu denken und die bisher linear geprägte chemische Industrie, die zudem große Mengen Kohlenstoffdioxid sowie giftige Abfälle und Abwässer produziert, langfristig als widerstandsfähige Kreislaufwirtschaft zu etablieren“, erklärt Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung die Ziele des CTC. Er fügt hinzu: „Kostengünstige und nachhaltige Produktionsprozesse hauptsächlich aus nachwachsenden Rohstoffen oder recycelten Materialien unter Einhaltung höchster Arbeitsschutz- und Umweltstandards und drastisch verkürzter Transportwege müssen sichergestellt werden.“

Ohne eine solche Transformation der Chemie könnten europäische Klimaziele nicht erreicht, der wirtschaftliche Wohlstand nicht erhalten und zukunftssichere Beschäftigungschancen nicht realisiert werden. Aufgebaut wird das CTC in Delitzsch, rund 20 km nördlich von Leipzig. Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wird in den nächsten Jahren das CTC als bisher erste Forschungseinrichtung im Landkreis Nordsachsen etabliert.

Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland stärken

Das CTC wird im Rahmen des gemeinsamen Ideenwettbewerbs „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ von Bundesministerium für Bildung und Forschung, Freistaat Sachsen und Land Sachsen-Anhalt aufgebaut. Ausgehend vom „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ werden je ein Großforschungszentrum im Mitteldeutschen Revier und in der sächsischen Lausitz etabliert und mit jährlich bis zu 170 Mio. Euro institutionell gefördert. Ziel ist es, in den Regionen den Strukturwandel nach dem Kohleausstieg zukunftsgerichtet zu gestalten sowie den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland zu stärken.

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