Arbeitssicherheits-Symposium So macht sich die Chemie fit für den demografischen Wandel
Der demografische Wandel ist in der Chemie angekommen: Ist heute der durchschnittliche Mitarbeiter großer Chemiefirmen in den Vierzigern, wird bereits in wenigen Jahren die Generation-50+ das Gros der Beschäftigten stellen, glauben Branchenkenner. Das bringt nicht nur Personalverantwortliche in Verlegenheit, sondern schafft ganz neue Herausforderungen.
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Wie die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter möglichst lange erhalten werden kann stand daher im Fokus der von der internationalen Arbeitssicherheitsorganissation ISSA angestoßenen Diskussion – aber auch, wie die Arbeitswelt der Zukunft die Belange und Anforderungen möglichst aller Beschäftigten berücksichtigen könne. Denn daran, dass im Alter gerade körperliche Fähigkeiten nachlassen, führt immer noch kein Weg vorbei.
Das sei aber noch kein Grund zur Verzweiflung: „Die Arbeitsfähigkeit sinkt nicht, sie wandelt sich“, erklärte Dr. Siegfried Sander von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Während junge Beschäftigte belastbarer sind, könnten ältere Mitarbeiter häufig mit Erfahrung und Besonnenheit punkten – diese eingespielten Profis möglichst lange im Job zu halten, wäre daher für die Betriebe eine Notwendigkeit.
Wie das konkret aussehen kann, zeigte Dr. Günter Rutkowski, Gesundheitsspezialist der BASF, auf. Der weltgrößte Chemiekonzern hat ein umfangreiches Präventions- und Fitnessprogramm für seine Mitarbeiter aufgelegt, dass von einem eigen Fitnessstudio bis zu Ernährungstipps reicht. Und das rechnet sich: Berechnungen der BASF haben ergeben, dass jeder für Präventionsmaßnahmen ausgegebene Euro zwischen zwei und 15 Euro je nach Art der Maßnahme für krankheitsbedingte Kosten einspart. Prävention sei daher eine wirtschaftliche Notwendigkeit, erklärte Rutkowski. Eine Herausforderung jedoch bleibt: Um wirklich langfristig zu wirken, müssten sich derartige Maßnahmen vor allem an junge und gesunde Mitarbeiter richten, die meist beschwerdefrei durchs Leben gingen. Verständlich, dass bei dieser Zielgruppe das Thema nicht ganz oben auf der Agenda stehe.
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