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Site Exit: Die Aufgabe eines Standorts muss frühzeitig geplant werden

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Rückbau der Stahlkolosse

Der umweltverträgliche Rückbau der auf dem Gelände befindlichen Anlagen ist eine weitere große Aufgabe. Arcadis entwickelte dafür spezielle Konzepte und übernahm die Ausschreibung und Überwachung der entsprechenden Rückbau- und Entsorgungsleistungen.

Eine besondere Herausforderung stellt die Demontage der Prozessanlagen und der 85 Stahltanks dar, in denen die unterschiedlichen Mineralölprodukte gelagert wurden. Die bis zu 115000 m3 großen Tanks werden von Restinhaltsstoffen befreit, anschließend scheibenweise aufgeschweißt, per Seilbagger abgebaut und auf dem Boden weiter zerkleinert, bevor sie als Rohstoff in die Wiederverwertung gehen. Wie der Stahl werden auch fast alle anderen mineralischen Materialien aus dem Rückbau wiederverwertet. So wurden beispielsweise über 10000 m3 Betonabbruch direkt vor Ort aufgearbeitet und beim Bau eines neuen Fußball-Stadions eingesetzt. Die für das Stadion vorgesehene 20 ha große Fläche – der ehemalige Verladebahnhof – musste besonders schnell baureif gemacht werden, weil der FC Ingolstadt ein bundesligataugliches Stadion vorweisen musste. Bis 2013 sollen sukzessive alle anderen Teilflächen für die neuen Nutzungen freigemacht und vermarktet werden.

Wertschöpfung optimieren

Es ist ein wirtschaftlicher Grundsatz, dass ohne die Erwartung auf Erträge keine Investition getätigt wird. Durch den integrativen Ansatz von Arcadis, Wertschöpfung und Investitionsrisiken zur Revitalisierung einer Brachfläche fundiert zu analysieren und zu bewerten, hat Bayernoil jederzeit die Übersicht über zu erwartende Erträge und die Kontrolle über notwendige Investitionen. Somit werden im Rahmen eines proaktiven Projektmanagements Risiken minimiert und Wertschöpfung optimiert.

Gleichzeitig hat Bayernoil bei der Stilllegung in mehrfacher Hinsicht unternehmerische Verantwortung bewiesen: ökologisch durch die Sanierung und Wiedernutzbarmachung bereits versiegelter Flächen, gesellschaftlich durch die Aufwertung eines städtischen Areals und wirtschaftlich durch die optimierte Wertschöpfung. Ein positives Handeln, das auch bei der Weltbank auf Interesse stößt: Im März besuchte eine zwölfköpfige Delegation der Weltbank das Gelände.

* Dr. K. Noé ist Leiter Geschäftsbereich Umwelt Süd, P. Eldag ist Segmentleiter Liegenschaftsentwicklung bei Arcadis Deutschland, Darmstadt.

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