Niedriger Ölpreis Shell und weitere Ölkonzerne reagieren mit massivem Stellenabbau

Redakteur: Manja Wühr

Der Ölpreisverfall drückt den Gewinn von Shell im zweiten Quartal. Nun zieht der Konzern Konsequenzen und will noch in diesem Jahr 6500 Mitarbeiter entlassen. Aber auch andere Ölkonzerne reagieren mit Stellenabbau.

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Der niedrige Ölpreis fordert weitere Opfer: So kündigte Shell an, in diesem Jahr 6500 seiner knapp 100 000 Stellen zu streichen.
Der niedrige Ölpreis fordert weitere Opfer: So kündigte Shell an, in diesem Jahr 6500 seiner knapp 100 000 Stellen zu streichen.
(Bild: Daniel Sinoca; CC0; http://pixabay.com/de/%C3%B6l-plattform-offshore-plattform-484859)

Hamburg – Royal Dutch Shell muss im zweiten Quartal herbe Verluste hinnehmen: Der Ölkonzern gab als ungeprüfte Zahlen Einnahmen von 3,4 Milliarden US-Dollar bekannt. Im gleichen Quartal 2014 waren es noch 5.1 Milliarden. Wie die Wirtschaftswoche nun berichtet wird Shell, die kurz vor der Übernahme des Rivalen BP steht, noch in diesem Jahr 6500 seiner knapp 100 000 Stellen streichen. Wie aus dem Bericht der Wirtschaftswoche hervorgeht, will Shell im Zuge seiner angestrebten 70 Milliarden Dollar schweren Übernahme des britischen Gasproduzenten BG weitere Unternehmensbeteiligungen abstoßen.

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Des Weiteren berichtet das Online-Portal deutsche-wirtschafts-nachrichten.de, dass der US-Mineralölkonzern Chevron den Abbau von 1500 Stellen plant. Als Grund für den Jobabbau gab Chevron das schwierige Marktumfeld an. Das Unternehmen sei „auf Effizienzsteigerung und Kostenreduktion fokussiert“, so Chevron-Sprecherin Melissa Ritchie, und erhoffe sich durch die Maßnahme Kostenersparnisse von bis zu einer Milliarde Dollar. Im Jahr 2013 belegte Chevron den dritten Platz der weltweit größten privaten Mineralölkonzerne hinter ExxonMobil und Royal Dutch Shell.

US-Energie-Sektor unter Druck

Das Portal deutsche-wirtschafts-nachrichten.de berichtet zudem, dass auch Schlumberger bereits die zweite Runde der Massenentlassungen verkündete. Nach dem im ersten Quartal zunächst 9000 Jobs gestrichen wurden, müssen im zweiten Quartal weitere 11 000 Arbeitskräfte gehen, wie Houston Chronicle berichtet. Das entspricht 15 Prozent der Belegschaft des Ölfeld-Dienstleisters.

Des Weiteren sollen bei Pemex 10 000 Arbeitsplätze im Öl- und Gas-Geschäft gestrichen werden, wie Bloomberg berichtet. Grund hierfür sei die rückläufige Produktion verursacht durch das Versiegen des Offshore-Feldes Cantarell. Auch der französische Öl-Riese Total reagiert auf den tiefen Ölpreis mit der Streichung von 2000 Arbeitsplätzen. Niedrige Margen und fallende Preise für Öl- und Gas machen aber auch den Zulieferern der Branche zu schaffen. So will Technip 6000 Stellen weltweit streichen und die Flotte des Konzerns soll von 36 Schiffen (Stand 2013) auf nur noch 23 reduziert werden.

Das Forbes Magazine geht davon aus, dass allein in den ersten zwei Monaten des aktuellen Jahres rund 75 000 Stellen im weltweiten Öl- und Gas-Sektor gestrichen wurden. Besonders der Energie-Sektor der USA steht derzeit unter enormem Druck. Im ersten Quartal 2015 wurden dort allein 37 811 Stellen gestrichen, wie aus Erhebungen des Unternehmens Challenger Gray hervorgeht.

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