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Instandhaltung

Service-Dienstleistungen in der Wasserwirtschaft – make or buy?

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Vertragsmodelle für die Wasserwirtschaft

Der BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft) unterscheidet drei Vertragsmodelle für die Zusammenarbeit von Wasserversorgungs- und Abwasseraufbereitungsunternehmen mit privat organisierten Dienstleistern: Das Betriebsführungsmodell, das Kooperationsmodell sowie das Betreiber- oder Konzessionsmodell.

Beispiel 1 – Trinkwasserpreis sinkt: Im Auftrag des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes betreibt Eurawasser Nord die Verbandsanlagen und führt Investitionen zur Umsetzung des Trinkwasserversorgungs- und des Abwasserbeseitigungskonzeptes durch. Trotz Refinanzierung der erheblichen Investitionskosten über die Preise und Gebühren konnten diese weitgehend stabil gehalten werden und 2013 der Trinkwasserpreis von 1,98 auf 1,86 Euro/m3 gesenkt werden. Ermöglicht hat diese Preissenkung neben der anhaltend positiven Entwicklung des Wasserverkaufes in Rostock und im Rostocker Umland auch die Optimierung der Betriebsabläufe durch den privaten Dienstleister. Hinzu kamen eine Reihe von Maßnahmen, wie die Verbesserung von Verfahrensabläufen und der Ausgleich der erheblich gestiegenen Energiekosten durch eine effiziente Betriebsführung.

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Beispiel 2 – Reduzierte Abwassergebühren: OTWA Ostthüringer Wasser und Abwasser verantwortet im Auftrag des zuständigen Zweckverbandes Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal seit 2003 die komplette kaufmännische und technische Betriebsführung in Gera und Umgebung. Durch eine umfassende Analyse der Situation vor Ort konnte OTWA die vorhandenen Strukturen und Betriebsabläufe in vieler Hinsicht optimieren und darüber hinaus über den Verbund der Veolia-Gruppe günstigere Beschaffungskonditionen erreichen. Innerhalb von wenigen Jahren war es deshalb möglich, die Trinkwasserpreise und Abwassergebühren im östlichen Thüringen deutlich zu reduzieren.

Trotz solcher Erfolgsmodelle gibt es auch gegenläufige Entwicklungen, dass sich Kommunen also entscheiden, die Wasserversorgung wieder in Eigenregie vorzunehmen. In diesen Fällen sei die vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit vor allem auf politische Zielsetzungen zurückzuführen und nicht darauf, dass die privaten Dienstleister ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen seien, so der BDE.

Fazit

Die deutschen Trinkwasserversorger haben 2016 rund 2,65 Milliarden Euro in die kontinuierliche Instandhaltung ihrer Anlagen und in den Ausbau und die Erneuerung ihrer Infrastruktur investiert – das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Einen überdurchschnittlich großen Anteil ihres Umsatzes investieren die Versorgungsunternehmen der Wasserwirtschaft in Anlagen und Rohrnetze. Die hohen Investitionen machen sich bezahlt: Deutschland hat mit knapp sieben Prozent die geringsten Wasserverluste in Europa – um die hohe Qualität der Wasserversorgung auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können, sind weiterhin nachhaltige Investitionen erforderlich. Die Dienstleister dürfen also auf ein stabiles Geschäft bauen!

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