Das Austragen aus Silos wird häufig – selbst bei scheinbar optimalen Ausläufen – erschwert. Was tun, wenn Brücken den Materialfluss stören? Dann kommen mechanische und pneumatische Austragshilfen zum Einsatz.
Einsatz in der Salzherstellung
(Bild: Stanelle)
Ein häufige Aufgabenstellung in der Schüttgutindustrie ist, dass das Produkt fließfähig gemacht werden muss. Bei Neubauten wird man darauf achten, dass das Silo entsprechend ausgelegt ist, aber in vielen Anwendungen muss man mit den gegebenen Vorgaben zurecht kommen. Die Lösung liegt in Kräften, die von außen auf das Schüttgut einwirken. Ein Beispiel ist der Austragsschwingkorb ASK, der als Austragshilfe für alle schwerfließenden, brückenbildenden und trockenen, staubigen und körnigen Schüttgüter dient. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Luftauflockerungssystemen ist, dass in dem ausfließenden Schüttgut keine Fluidisierluft enthalten ist. Dies wirkt sich beim Absacken als auch beim Verladen von speziellen Schüttgütern in Silosfahrzeuge positiv aus.
Seine Funktionsweise ist einfach: Die Vibrationsenergie des Rüttlers wird direkt über die Schwingelemente auf den Schwingkorb übertragen und versetzt diesen in Schwingung. Das Schüttgut wird dadurch aufgelockert, etwaige Brücken stürzen ein und das Material kann ausfließen. Dabei gewährleistet die umlenkfreie Konstruktion nach dem Auflösen der Brücken im Silo die maximale Austragsleistung und hat zudem den Vorteil ein in sich tragendes Bauteil zu sein.
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Die geflanschte Ausführung mit 60°, 65°, 70°-Auslaufneigung kann – auch nachträglich – direkt am Silo oder jeden geeigneten Bunker angeflanscht werden. Die nachfolgenden Bauteile wie Schieber, Zellenradschleuse, Förderschnecke oder Verladegarnitur können ohne zusätzliche Stützkonstruktion direkt an den ASK angebaut werden.
Dies minimiert die Einbaukosten erheblich. Im eigenen Stanelle-Testcenter besteht zudem die Möglichkeit, die Funktion des Austragsschwingkorbes vorab mit dem Schüttgut zu verifizieren.
In vielen Anwendungen wird der Schwingkorb zudem mit einem Flachschieber des Typs SMFS ergänzt. Dieser dient als Abschlussorgan für Silo- und Behälterausläufe. Er garantiert eine optimale Abdichtung bei Lagerung von staubhaltigen oder granulatförmigen Schüttgütern bis 8 mm Körnung. Der modular aufgebaute Schieber ermöglicht bei gleichem Grundrahmen den Anbau der verschiedenen Antriebsarten, also handbetrieben, pneumatisch und elektromotorisch.
Bei der neuen Schiebergeneration können verschiedene Werkstoffe (S235, 1.4301, 1.4571) zum Einsatz kommen. Die Besonderheit dieser Schiebergeneration liegt speziell in der Schieberblechabdichtung mit einer dreifachen Stopfbuchspackung sowie dem standardmäßigen geschliffenen Edelstahlschieberblech. Bei der Konstruktion wurde dabei darauf geachtet, dass die Stopfbuchspackung bei eingebautem Schieber und gefülltem Silo leicht gewechselt werden kann und sämtliche Scher- bzw. Quetschstellen abgedeckt sind. Durch den modularen Aufbau kann die Antriebseinheit zudem jederzeit umgerüstet werden.
Grundsätzlich ist der Schieber in vielen Bereichen einsetzbar u.a. in der Gießereitechnik, der Stein-, Erd-, Bergbau-, Chemie-, Futter-, Keramik- und Glasindustrie sowie in der Beton- und Zementherstellung.
Praxiseinsatz: Austragshilfen bei der Verladung
Auch bei der Verladung gilt, dass die Orientierung an den konkreten Kundenwünschen an erster Stelle stehen sollte. Entsprechend gilt es, Produktpaletten auf die Kundenbedürfnisse zuzuschneiden und stetig zu erweitern. Ein Beispiel dafür war eine Salzverladestation, bestehend aus einem patentierten Austragsschwingkorb, Notschieber; elektromotorischem Schieber und einer Jet-Verladegarnitur mit variabler Staubschürze. Dabei waren folgende Randbedingungen zwingend einzuhalten: Die Austragsleistung lag bei ca. 125 t/h je Silo im Mittel, während des Befüllvorgangs waren 250 t/h zu bewältigen. Dabei sollte sowohl in Silofahrzeuge mit Domöffnung 400 - 500 mm und auf offene Lkw verladen werden. Die Ausführung der Bauteile wurde in Edelstahl 1.4571 durchgeführt. Der für hohe Austragsleistungen konzipierte patentierte Austragsschwingkorb ASK ist dabei eines der Herzstücke der Verladestation. Die Verladegarnitur wurde für dieses Projekt von einem bestehenden, bereits bewährten Standardprodukt als Variantenkonstruktion abgeleitet. Hierbei wurde die Nennweite von 250 mm auf 300 mm erhöht, um die vom Kunden vorgegebene Austragsleistung zu garantieren.
Alternative Austragshilfen für brückenbildende Produkte
Stanelle, die seit über fünfundvierzig Jahren bedarfsgerechte Problemlösungen in der Silotechnik und Siloautomation anbieten, haben jedoch noch weitere Austragshilfen im Programm, z.B. der Vibrationsarm SVA, der bei brückenbildenden, trockenen, staubigen bis körnigen Schüttgütern zum Einsatz kommt. Rechteck-Bunker oder Spezial-Ausläufe können damit bestückt werden. Der nachträgliche Einbau in bestehende Silos oder Bunker ist problemlos durchführbar. Die feine Schwingung gewährleistet, dass das Schüttgut nicht verdichtet wird. Der Vibrationsmotor wird mit dem Beginn des Austrags pulsierend geschaltet. Über das Schwingelement wird gezielt die Vibrationsenergie in das Schüttgut eingebracht. Durch veränderte Fließkrafteinstellung und der variablen Pulsfrequenz-Ansteuerung wird das Schüttgut positiv angeregt.
Zudem besteht die Möglichkeit einer pneumatischen Aufllockerung. So wird die Düsenauflockerung als Silo-Austragshilfe zur Fluidisierung schlecht fließender, technisch trockener, nicht klebender, pulverförmiger Produkte eingesetzt. Der Vorteil der Düsenauflockerung besteht darin, dass die Düsen nicht unmittelbar im Schüttgutstrom liegen und von außen leicht gewechselt werden können. Der Einsatz während des Materialabzuges in pulsierender Folge wird empfohlen. Die Kissenauflockerung wird als Silo-Austragshilfe zur Fluidisierung schlecht fließender, technisch trockener, nicht klebender, pulverförmiger Produkte eingesetzt.
Stand: 08.12.2025
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