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Praxisbeispiel PVC-Produktion: Es geht auch ohne Spülung
Wie eine Radar-Füllstandmessung selbst bei schwierigen Messstoffen ohne Antennenspülung einwandfrei funktioniert, zeigt das Beispiel in einem PVC-produzierenden Unternehmen. In mehreren über 20 Meter hohen, schlanken Silos lagern verschiedene PVC-Formen, aus denen die eigene und fremde Produktion versorgt wird. Dort herrscht eine extrem staubige Atmosphäre und der aufgewirbelte PVC-Staub ist stark anhaftend. Bislang erfolgte die Füllstandmessung mit Ultraschall, diese setzte jedoch bedingt durch die hohe Staubentwicklung häufig aus. Erschwerend kam hinzu, dass auf den Behältern kein Druckluftanschluss zur Antennenspülung installiert war. Die Betreiber wollten dennoch weiterhin eine berührungslos messende Lösung.
Im direkten Vergleichstest lieferten die mit Tropfenantenne ausgerüsteten Radar-Füllstandmessgeräte Optiwave 6300 die zuverlässigsten und stabilsten Messwerte bei allen PVC-Formen, insbesondere bei niedrigen Behälterfüllständen. Bei der Messung von Granulat konnten die Geräte aufgrund der hohen Signaldynamik und der stärkeren Fokussierung der emittierten Signale ohne Schwenkvorrichtungen zur Antennenausrichtung eingesetzt werden. Obwohl der feine PVC-Staub dauerhaft an der Antenne anhaftet, verhindert die geschlossene Konstruktion in Tropfenform eine Beeinflussung der Messung. Eine Spülung oder ein spezieller Staubschutz ist nicht erforderlich, die Antennen sind somit wartungsfrei.
Die Geräte wurden vorparametriert geliefert; bei der Inbetriebnahme vor Ort wurden je Gerät nur wenige Parameter wie Silohöhe, Blockdistanz und Schüttkegelform eingegeben. In Summe ergab sich damit für den Betreiber ein deutlicher Kostenvorteil hinsichtlich des Installations- und Wartungsaufwands. Mit dieser Lösung überwacht das Unternehmen jederzeit den Füllstand in den Silos; ein Leerlauf und damit eine Gefährdung des Produktionsablaufs durch Fehlmessungen in den Behältern sind ausgeschlossen.
Praxisbeispiel Gipspulver: Wenn’s extrem staubt
Ähnliche Produktvoraussetzungen lagen in einem großen Recycling- und Kreislaufwirtschaftsunternehmen vor. Zur Produktionssteuerung und Versorgungssicherung sollte der Füllstand von Gips in einem über 20 Meter hohen Silo kontinuierlich gemessen werden. Die Reflektivität des Gipspulvers ist sehr gering (Dielektrizitätszahl etwa 1,8...1,9), zudem herrscht im Silo eine extrem staubige Atmosphäre. Auch hier wurde der Füllstand bislang mit einem Ultraschall-Messverfahren ermittelt, diese setzte jedoch, bedingt durch die staubige Atmosphäre, häufig aus und sollte ersetzt werden.
Ein Druckluftanschluss zur Antennenspülung war nicht vorhanden, daher fiel in dieser Anwendung die Entscheidung ebenfalls auf den Optiwave 6300 mit Tropfenantenne, der direkt auf die im Silodach vorhandene Öffnung aufgesetzt wurde. Dank des fokussierten Signals musste die Antenne nicht aufwändig ausgerichtet werden, womit sich auch hier die Installation sehr einfach gestaltete. Mit dieser Lösung hat der Betreiber jederzeit den Füllstand im Gipssilo im Blick: die gering reflektierende Oberfläche des Gipspulvers wird durch die hohe Signaldynamik des Gerätes zuverlässig erfasst.
Fazit
Die Füllstandmessung mit Radar ist derzeit eine der besten Möglichkeiten für eine kontinuierliche Überwachung und optimale Prozesssteuerung von Schüttgut. Voraussetzung für eine zuverlässige, genaue und langlebige Messstelle ist jedoch, dass Kunde und Messtechnik-Hersteller ihr Wissen zusammentragen und die entscheidenden Fragen vor der Installation klären.
Beim Anwender bedarf es einer ausreichenden Kenntnis der Applikation und der Anforderungen an die Messung. Der Anbieter ergänzt mit einer entsprechenden Erfahrung und Beratung. Dabei ist die Beratungsqualität entscheidend: Wenn im Vorfeld die richtigen Fragen gestellt werden, lassen sich die meisten der typisch-en Applikationsprobleme lösen. Anwender sollten sich also nicht scheuen, Kontakt mit den Radargeräteherstellern aufzunehmen, um ihre Messaufgabe zu diskutieren.
* Der Autor ist Mitarbeiter der Krohne Messtechnik GmbH, Duisburg.
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