Digitalisierung in der Schüttgutindustrie
Schüttgut 4.0: Smarte Lösungen im rauen Umfeld

Von Sabine Mühlenkamp 5 min Lesedauer

Staub, Abrasion, Vibrationen und hohe Durchsätze stellen extreme Anforderungen an Maschinen und Anlagen. Dennoch eröffnen Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik auch in der Schüttgutindustrie neue Potenziale für Effizienz, Transparenz und Nachhaltigkeit.

KI bringt die Intelligenz, Robotik die smarte Kraft: Die Schüttgut- und Recyclingwelt tritt in eine neue Phase ein.(Bild: ©  Pannee - stock.adobe.com)
KI bringt die Intelligenz, Robotik die smarte Kraft: Die Schüttgut- und Recyclingwelt tritt in eine neue Phase ein.
(Bild: © Pannee - stock.adobe.com)

Schüttgüter sind schwer einzuschätzen und häufig sind die Ergebnisse in Mahl-, Misch- und Förderprozessen, aber auch bei der Lagerung unbefriedigend oder schwankend, zum Beispiel beim Erfassen von Korngröße, Feuchte, Dichte oder Rieselfähigkeit. Dadurch ergibt sich mitunter der Eindruck, dass Automatisierung und digitale Anwendungen in diesem rauen Industrieumfeld fehl am Platz ist. Dabei gibt es inzwischen viele ermutigende Anwendungen:

Ein Beispiel ist die Integration von Online-Durchflussmessungen in Mühlensysteme, die mit selbstlernenden KI-Modulen.kombiniert werden. Durch die kontinuierliche Erfassung von Massestrom, Stromaufnahme, Drehzahl und Temperatur entsteht ein digitales Abbild des Mahlprozesses. Auf dieser Basis kann die Steuerung das optimale Verhältnis zwischen Materialeigenschaften, Energieeinsatz und Durchsatz berechnen – und Maschinenparameter in Echtzeit anpassen. Energieeinsparungen von bis zu 30 oder sogar 40 Prozent sind dadurch möglich und bei Bedarf kann ein „Boost“-Modus Leistungsspitzen abfangen.