Anlagen für die Reindampf- und WFI-Erzeugung Schlüsselfertige Anlagen für die Reindampf- und die WFI-Erzeugung

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ein neues Anlagenkonzept erzeugt Wasser für Injektionszwecke und Reindampf kostengünstig und Arzneibuch-konform. Mehrkolonnendestillation und Fallfilmverdampfung sind die Verfahren der Wahl.

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Veolia Water Solutions & Technologies hat kürzlich seine Palette von Anlagentypen erweitert und bietet nun außer Anlagen zur Herstellung von High Purified Water auch solche zur Arzneibuch-konformen Erzeugung von Wasser für Injektionszwecke und Reindampf an.

Damit füllt das Unternehmen eine Lücke, denn WFI-Anlagen mussten bei Projekten bislang zugekauft werden. Aber jetzt könne man den Kunden komplette Turnkey-Lösungen für die Rein- und Reinstmedienversorgung zur Verfügung stellen, betont Tanja Löhe, Bereichsleiterin Pharma bei Veolia Water Solutions und Technologies. Wichtiges kostruktives Detail: Die Anlagen sind modular auf Rahmen vorgefertigt und vorqualifiziert, was die Integrationskosten senkt und das Design vereinheitlicht.

Das Unternehmen setzt zwei Verfahren ein, die für unterschiedliche Wassermengen geeignet sind. Kleine und mittlere Mengen WFI werden mit der Mehrkolonnendestillation durch Fallfilmverdampfung erzeugt (Polaris MED), bei großen Durchflussmengen bis 25 000 Liter pro Stunde hingegen punktet die Thermokompression (Polaris VCD) mit niedrigen Betriebskosten.

Die Anlage wird wahlweise mit Heizdampf, elektrischem Heizelement oder in Kombination betrieben. Ein Dampfkompressor liefert die notwendige Zusatzenergie zur Erzeugung von destilliertem Wasser. Enthärtetes Wasser speist die Anlage und je nach Kundenwunsch liegt die WFI-Temperatur zwischen 25 °C und 90 °C.

Interessant sind übrigens die regionalen Unterschiede in der Verbreitung der Anlagenkonzepte. „Anwender in den USA bevorzugen die MED-Ausführung, während in Europa VCD die favorisierte Variante ist,“ erklärt Löhe.

Der Rein-Dampferzeuger Polaris CSF produziert aus aufbereitetem Speisewasser Reindampf mit einer Leistung von bis zu 5000 Kilogramm pro Stunde. Das Doppelrohr-Design der Wärmetauscher verhindert, dass der Dampf mit dem gereinigten Wasser oder dem Reinstdampf in Verbindung kommt. Für Pyrogenfreiheit sorgt der Tropfenabscheider.

Rohrleitungen einsparen

Für den sicheren Nachweis der Reindampfqualität bietet das Unternehmen eine Probenahmevorrichtung nach EN285 mit Doppelrohr-Wärmetauscher und pharmagerechter Leitfähigkeitsmessung. Konzipiert wurde die komplette Produktreihe übrigens nach den Richtlinien der GAMP, cGMP, ISPE sowie FDA, und die Produktwasserqualität erfüllt die Bestimmungen internationaler Pharmakopöen wie USP und Ph Eur.

Clou bei der Mehrkolonnendestillation ist die Führung des Speisewassers, das durch den Mantel der Destille fließt und zum Aufheizen verwendet wird. Das minimiert den Aufwand bei der Verrohrung erheblich, erklärt Löhe. Ein Vorteil, der offenbar überzeugt, denn eine Anlage wurde übrigens nach Asien geliefert.

Das Tropfen-Abscheidesystem verwendet Scherkräfte und Massendifferenzen und trennt in jeder Kolonne die Wassertropfen ab – ein kritischer Schritt bei der Pyrogenrückhaltung. Als Zubehör sind Speisewasser- und Produktlagertanks sowie WFI-konforme Pumpen im Programm.

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