Circular Economy Schlägt jetzt die Stunde der Verfahrenstechnik?
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Die Circular Economy hat zum Ziel, Produkt- und Materialkreisläufe zu schließen. Was für eine wichtige Rolle die Verfahrenstechnik dabei spielt, wo noch Forschungsbedarf besteht und welche Parallelen sich zwischen den unterschiedlichen Stoffkreisläufen ziehen lassen, erläutern Experten in einem Statuspapier der Dechema.
Was in den Wirtschaftswunderjahren als „Plastik-Boom“ begann, ist heute mehr Fluch als Segen. Laut Statista wurden in den Jahren von 1950 bis 2015 weltweit insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert, aber nur 0,1 Millionen Tonnen recycelt. Vielmehr verschmutzen sie die Umwelt und landen in den Weltmeeren. Die EU hat reagiert und gibt Zielvorgaben: Bis zum Jahr 2035 sollen 65 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt werden. Darüber hinaus verlangt die EU bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität. Um die Ziele zu erreichen, arbeiten Unternehmen der Prozessindustrie wie Covestro mit Hochdruck an Lösungen für eine vollständige Kreislaufwirtschaft. Großes Potenzial sieht das Unternehmen beim chemischen Recycling. Das Verfahren eignet sich besonders für Produkte, die sich nicht oder nur mit viel Aufwand mechanisch trennen lassen – wenn sie etwa stark verschmutzt sind oder aus mehreren Kunststoffarten bestehen.
Konkrete Recyclingverfahren sind ein Baustein aus dem Gesamtkonstrukt des Wirtschaftsmodells „Circular Economy“. Daneben beinhaltet es Maßnahmen im gesamten Lebenszyklus von Rohstoffen, Materialien und Produkten. Zentrale Punkte sind die längere Nutzung von Produkten, z. B. durch Wiederaufbereitung oder Reparatur, die Recyclingfähigkeit sowie die systemischen Voraussetzungen von der Kennzeichnung bis zum Design flexibler Anlagen. „Egal, ob man die Circular Economy aus Produkt- oder aus Materialsicht betrachtet, Verfahrenstechnik spielt eine ganz wesentliche Rolle für ihre Umsetzung“, erklärt Dipl.-Ing. Katja Wendler, Fachbereichsleiterin Rohstoffe bei Dechema, die an dem Statuspapier „Circular Economy – Die Perspektive von chemischer Verfahrenstechnik und Biotechnologie“ mitgearbeitet hat. Hier geht es um alle Aspekte der Circular Economy aus der Sicht der Verfahrenstechnik. Ziel ist es, technische Optionen für die Circular Economy aufzuzeigen und aus technisch-wissenschaftlicher Sicht zu bewerten. Um Forschungsbedarfe übergreifend darzustellen, haben die Experten die Circular Economy aus der Perspektive der technischen Herausforderungen betrachtet – unabhängig vom einzelnen Rohstoff- oder Produktkreislauf. So können Lösungs-/Fällungsverfahren zur Trennung und Reinigung sowohl metallischer Stoffgemische als auch organischer Polymere eingesetzt werden. In beiden Fällen wird viel Wasser benötigt, und es fallen stark salzhaltige Abwässer an – Herausforderungen, die unabhängig vom einzelnen Stoffkreislauf angegangen werden müssen.
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