Schaltgeräte an Schüttgut-Umschlagsanlagen in Häfen müssen hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit erfüllen. Norm und Praxis sind hier nicht immer deckungsgleich. Deshalb hat Steute mehrere Baureihen des „Extreme“-Programms ein Jahr lang unter realen Bedingungen testen lassen – an der Südmole von Helgoland. Dort betreibt das Fraunhofer IFAM einen Prüfstand für derartige Aufgaben.
Sinnvoll, aber nicht zu 100 % aussagekräftig bei Extrem-Einsätzen von Schaltgeräten: Korrosionsprüfung im Labor.
(Bild: Steute Technologies)
Schüttgüter wie Kohle und Mineralien, aber auch Getreide und Futtermittel sind klassische Massengüter, die häufig per Schiff transportiert werden. Für den Umschlag in den Häfen sorgen dann Hafenkrane oder automatisierte Be- und Entladeanlagen. Schalt- und Bediengeräte dieser Anlagen müssen somit widerstandsfähig gegenüber Korrosion durch Seewasser sein. Auch die Abdichtung spielt eine wichtige Rolle. Im „Extreme“-Programm von Steute gibt es unterschiedliche Bauarten von Schaltgeräten und Sensoren, die eigens für diese widrigen Bedingungen entwickelt wurden. Sie kommen u.a. auf Bohrinseln und Versorgungsschiffen zum Einsatz, aber auch „onshore“ am Kai, beispielsweise an den Verankerungssystemen Verladeanlagen für den Schüttgutumschlag.
Zu den Konstruktionsmerkmalen dieser Schaltgeräte gehören eine wirkungsvolle Abdichtung, der Einsatz von hoch belastbaren Kunststoff oder von speziell beschichtetem Aluminium als Gehäusewerkstoff. Schrauben und andere Befestigungselemente sind aus hochwertigem Edelstahl (V4A) gefertigt.
Einschlägige Tests dokumentieren die Erfüllung der Anforderungen, die in diesem Einsatzbereich gestellt werden. Dazu gehören z.B. Beaufschlagungen mit Spritzwasser zur Ermittlung der IP-Schutzklasse und Salznebelsprühtests nach DIN EN ISO 9227.
Diese Tests werden größtenteils im Steute-eigenen Labor oder bei spezialisierten Dienstleistern und Prüforganisationen durchgeführt. Sie geben fundierte Auskunft über die Eignung von Extreme-Schaltgeräten wie Fußschaltern, Seilzugschaltern, Positionsschaltern und Sensoren für den Einsatz auf Schiffen, auf Bohrinseln, in Verankerungssystemen am Kai und in Verlade- und Umschlagsanlagen der Häfen.
So aufschlussreich solche Tests auch sind: Sie bilden nicht zwingend die Realität ab. Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM (Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung) in Bremen haben erst kürzlich wieder darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse z.B. von Salzsprühnebelprüfungen als Standardverfahren „das Versagensverhalten von Beschichtungen nicht immer hinreichend genau“ abbilden. Einen der Gründe dafür sehen die Forscher darin, dass die Korrosionsprüfungen unter konstanten Bedingungen stattfinden, während es in der Praxis oft zu stark wechselnden Beanspruchungen kommt. Deshalb greift man in einigen Bereichen, z.B. beim Korrosionsschutz im Stahlbau, schon seit den 1990er Jahren auf Prüfungen mit zyklischen Wechselbelastungen zurück.
Wünschenswert, weil aussagekräftig, sind deshalb Korrosionsprüfungen unter (gleichwohl definierten) Realbedingungen. Über diese Möglichkeit verfügt das IFAM mit seinem Feldauslagerungsprüfstand auf der Hochseeinsel Helgoland. Hier können Komponenten unter „echten“ Bedingungen, wie sie am Hafenkai vorherrschen, getestet werden. Das betrifft die dynamischen, insbesondere witterungsbedingten, Verhältnisse. Es werden aber auch zusätzliche Faktoren wie etwa das Fouling (Bewuchsbildung durch Algen) einbezogen.
Um die Eignung der Extreme-Schaltgeräte für diese Einsatzbedingungen zu untersuchen, hat Steute das IFAM in Bremen mit einer einjährigen Freibewitterung am IFAM-Standort Helgoland beauftragt.
Die Versuchsanordnung: Jeweils mehrere Exemplare ausgewählter „Extreme“-Schalterbaureihen – darunter Positionsschalter, Fußschalter und Seilzugschalter – wurden in exponierter Lage an der Südmole ein Jahr lang im Spritzwasserbereich befestigt. Einige Geräte waren auch im Tidenhub, d.h. im Wechselwasserbereich installiert, um mit diesen Wasserbewegungen der Nordsee die Einsatzgrenzen der Geräte auszuloten. Dabei sollten u.a. die Fragen beantwortet werden: Wo wird sich Bewuchs bilden, und wird er die Funktion der Schaltgeräte beeinträchtigen?
Ziel der Tests war es letztlich, die Schaltgeräte über die normgerechten Versuche hinaus sehr extremen und dynamischen Anforderungen auszusetzen, um Schwachstellen an den Gerät besser erkennen zu können.
Diese Grenztests wurden inzwischen abgeschlossen. Der Abschlussbericht liegt noch nicht vor. Aber schon das Erscheinungsbild der Schaltgeräte nach einem Jahr im Salzwasser-Spritzbereich sowie erste Funktionstests zeigen: Die Geräte der verschiedenen Baureihen sind seewasserfest und nach zwölf Monaten uneingeschränkt funktionstüchtig. Selbst die Etiketten und die aufgebrachte Laserbeschriftung sind noch vorhanden und lesbar. Die vorbehandelten und pulverbeschichteten Gehäuse z.B. der Fußschalter präsentieren sich in sehr gutem Zustand, und auch das „Innenleben“ wie Schalteinsätze, Schaltstößel und Pedalachsen sind korrosionsfrei. Das spricht für die hohe Qualität sowohl der Oberflächenbehandlung als auch der Abdichtung.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Ausblick: Die Entwickler von Steute werden die Testergebnisse im Detail auswerten, sobald sie vorliegen, und sie für die weitere Optimierung vorhandener Baureihen sowie die Entwicklung neuer Schaltgeräte des Geschäftsbereichs „Extreme“ nutzen. Erste Erkenntnisse lassen sich aber schon heute gewinnen. Beispielsweise erfüllen die von Steute verwendeten Kunststoffe für Gehäuse und auch Betätiger ohne Einschränkung die Extrem-Anforderungen. Deshalb werden die Konstrukteure künftig noch intensiver Metall substituieren – auch bei den mechanisch stärker beanspruchten Betätigern.
Realität schlägt Testumgebung
Dass die realen Umgebungsbedingungen für Extreme-Schaltgeräte herausfordernder und komplexer sein können als die einschlägigen Korrosionsprüfungen, zeigen auch Praxiseinsätze an vorhandenen Anlagen. Im Bild ist ein Fußschalter von Steute an der Kaimauer einer Kohle-Umschlagsanlage in einem deutschen Nordseehafen. Deutlich zu sehen ist, dass neben Salzwasser auch noch andere korrosive bzw. aggressive Medien die Beschichtung des Schalters angreifen können. Mit den Schaltern werden hier die Haken der Ankerwinden der Frachtschiffe betätigt, die Kohle anlanden.