CO2-Abgasbehandlung RWE Power, BASF und Linde entwickeln neue Verfahren zur CO2-Abtrennung

Redakteur: Manja Wühr

RWE Power hat mit BASF und Linde die Entwicklung neuer Verfahren zur CO2-Abtrennung aus Verbrennungsabgasen von Kohlekraftwerken vereinbart.

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Essen, Ludwigshafen, München – Die Zusammenarbeit sieht den Bau und den Betrieb einer Pilotanlage am Braunkohlekraftwerk Niederaußem von RWE Power vor. Linde ist für das Engineering und den Bau der Pilotanlage zuständig.

In der geplanten Pilotanlage sollen neu entwickelte Lösemittel der BASF im Langzeittest erprobt werden, um prozess- und anlagentechnische Erkenntnisse zur Optimierung der CO2-Abtrenntechnik zu erhalten. Ziel ist es, die CO2-Abtrennung in Braunkohlekraftwerken bis 2020 kommerziell zum Einsatz bringen zu können. Auf Grundlage dieser Technik könnten dann mehr als 90 Prozent des CO2 aus den Verbrennungsabgasen eines Kraftwerks entfernt und anschließend einer Speicherung im Untergrund zugeführt werden. Nach erfolgreichen Pilotversuchen soll 2010 über eine nachfolgende Demonstrationsanlage entschieden werden. Mit ihrem Betrieb soll der Weg in die Kommerzialisierung dieses Verfahrens abgesichert werden. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb der Pilot- und der Demonstrationsanlage hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant.

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CO2-freies Kraftwerk

Unabhängig von der so genannten CO2-Wäsche entwickelt RWE Power auch das erste CO2-freie Kraftwerk mit CO2-Transport und -Speicherung auf Basis des Integrated-Gasification-Combined-Cycle (IGCC)-Verfahrens. Die Inbetriebnahme dieser großtechnischen 450 MW-Anlage soll 2014 erfolgen. Ein Standort hierfür steht noch nicht fest. Um den Klimaschutz weiter voran zu treiben, setzt RWE Power darüber hinaus auf den Ausbau regenerativer Energien in ganz Europa. Der Fokus liege dabei auf der Stromerzeugung aus Wasser, Wind und Biomasse, so das Unternehmen.

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Entfernung und Speicherung von CO2

RWE und die BASF beteiligen sich seit Anfang 2004 an dem von der Europäischen Union (EU) geförderten Forschungsprojekt CASTOR, das die Entfernung und Speicherung von CO2 aus Verbrennungsabgasen gezielt untersucht. Neben RWE und der BASF bringen sich renommierte europäische Universitäten, Forschungsinstitute sowie Behörden und Industrieunternehmen in das Projekt ein. Namhafte Kraftwerksbetreiber sind ebenso beteiligt wie Öl- und Gas-Unternehmen und Anlagenhersteller.

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