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Russische Glücksgefühle
Armaturenhersteller dürfen auf weitere lukrative Aufträge beim Pipelinebau hoffen. Etwa bei der South Stream. Deren treibende Kraft, der russische Gasriese Gazprom, darf einen weiteren Erfolg feiern: Denn der Bau der South Stream startete bereits, und ab 2015/2016 sollen die Röhren russisches Gas aus der östlichen Schwarzmeer-Region nach Ungarn, Österreich sowie Griechenland und Italien leiten. Ab 2018 könnte die komplette Lieferkapazität von 63 Milliarden Kubikmetern bei Bedarf erreicht werden. Nach Schätzungen sollen die Kosten für vier Stränge, bei einer Streckenlänge von 2.446 Kilometern, bei knapp 16 Milliarden Euro liegen.
Auch die South Stream wird die Ventilhersteller herausfordern. Die Pipeline wird auf einer Länge von 900 Kilometern durch das Schwarze Meer gelegt – und das stellenweise mehr als 2.000 Meter tief. Die Folge: Bei sehr langen Subsea-Abschnitten werden höhere Betriebsdrücke gefahren. Das macht höhere Pipelinewandstärken und für höhere Druckstufen ausgelegte Armaturen notwendig.
Nabucco oder TAP?
Russland scheint mit Nord und South Stream beim Pipeline-Wettlauf um die Gastransporthoheit nach Westeuropa auf ganzer Linie zu triumphieren. Denn das von der EU unterstützte Pipeline-Projekt Nabucco, das Gas aus dem Kaspischen Meer nach Europa transportieren und gleichzeitig Russland umgehen soll, erlebt eine Zitterpartie. Mancher Experte sieht keine Chance mehr für das Projekt, denn Konkurrent South Stream scheint enteilt, während Nabucco noch nicht einmal genügend Lieferverträge mit Gasförderern besitzt. Nicht mehr an den Erfolg scheint RWE zu glauben. Der deutsche Stromkonzern stieg aus.
Chancenlos ist mittlerweile die große Nabucco-Route nach Österreich mit einer Länge von 3.300 Kilometern ab der östlichen Türkei, deren Inbetriebnahme für 2017 vorgesehen war. „Die Ursprungsversion der klassischen Nabucco-Pipeline ist für uns vom Tisch“, erklärt BP-Manager und Sprecher des Shah-Deniz-Konsortiums Conn. Stattdessen ist nur noch die Rede von einer deutlich kürzeren Version, die erst an der türkischen Grenze begänne und 1.300 Kilometer lang wäre.
Zu groß und zu teuer sei die große Nabucco-Version ausgelegt, heißt es weiter – die Rede war zuletzt von 15 Milliarden Euro Kosten. Es würden für den europäischen Markt lediglich Kapazitäten von jährlich zehn Milliarden Kubikmeter Gas benötigt – statt 31 Milliarden Kubikmeter, die die ursprüngliche Nabucco-Version ermöglichen würde. Nur wenn die EU die restlichen 21 Milliarden Kubikmeter subventionieren würde, wäre auch der große Wurf umsetzbar.
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