BPI-Pharma-Daten 2025 Rückgänge in Umsatz und Produktion senden deutliche Warnzeichen

Quelle: Pressemitteilung BPI 2 min Lesedauer

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Politischer Anspruch als Leitwirtschaft, geopolitische Unsicherheiten und wachsender Kostendruck durch die Krankenkassen: Die deutsche Pharmaindustrie gerät zunehmend unter Druck. Die Pharma-Daten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) machen sichtbar, wo die Branche steht – und wo sich strukturelle Risiken verdichten.

Die aktuelle Ausgabe der Pharma-Daten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigt, dass die Branche gestärkt werden muss, wenn sie ein stabiler und sicherer Standortfaktor bleiben soll.(Bild:  BPI)
Die aktuelle Ausgabe der Pharma-Daten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigt, dass die Branche gestärkt werden muss, wenn sie ein stabiler und sicherer Standortfaktor bleiben soll.
(Bild: BPI)

Spätestens die Erfolgsgeschichte der COVID-19-Impfstoffe hat die Wahrnehmung der pharmazeutischen Industrie in Politik und Öffentlichkeit verändert. Sowohl frühere als auch die aktuelle Bundesregierung haben sie als Leitindustrie oder Leitwirtschaft eingeordnet, die gestärkt werden sollte. Die aktuelle Ausgabe der Pharma-Daten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigt jedoch, dass genau dies auch notwendig ist, wenn die Branche ein stabiler und sicherer Standortfaktor bleiben soll.

Rückläufige Produktions- und Umsatzzahlen

Nach einer zwischenzeitlichen Erholung im ersten Quartal 2025 verzeichnete die pharmazeutische Industrie im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von rund acht Prozent. Die Produktionsleistung ging im gleichen Zeitraum um knapp sechs Prozent zurück. Im Inlandsgeschäft blieb die Trendwende aus. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen wächst zugleich die Sorge über Abhängigkeiten von asiatischen Lieferketten. Zusätzlich belasten handelspolitische Unsicherheiten, insbesondere mit den USA – dem mit Abstand wichtigsten Exportmarkt.

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Mittelständische Branchenstruktur

Die Pharma-Daten unterstreichen die mittelständische Prägung der pharmazeutischen Industrie am Standort Deutschland (Abbildung 1). Sie zeigen auch, dass der Fachkräftemangel zu einem wachsenden Problem für die Unternehmen wird. Trotz steigender Kosten, vor allem für Energie, weist die Branche weiterhin eine hohe Investitionsbereitschaft auf. Mit Re-Investitionsquoten von bis zu 17 Prozent des Umsatzes fließt im Vergleich zu anderen Industriezweigen überdurchschnittlich viel Kapital in Forschung und Entwicklung (Abbildung 2).

„Entlasten und stärken statt belasten und schwächen“

Trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen zeigt sich die Pharmaindustrie insgesamt noch vergleichsweise stabil; die wirtschaftlichen Warnsignale seien jedoch nicht zu übersehen, sagt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. Für 2025 wird – wie bereits im Vorjahr – davon ausgegangen, dass die Unternehmen durch Rabattverträge, Zwangsabschläge sowie Fest- und Erstattungsbeträge mehr als 24 Milliarden Euro zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung beigetragen haben (Abbildung 3). Gleichzeitig wächst der Druck aus dem Kassensektor, die Preisregulierung weiter zu verschärfen. Wenn die pharmazeutische Industrie eine Leitwirtschaft bleiben soll, dann müsse sie entlastet und gestärkt statt noch mehr belastet und geschwächt werden, so Joachimsen weiter.

Umfassender Branchenüberblick

Die 55. Ausgabe der jährlich erscheinenden BPI-Pharma-Daten bietet einen Überblick zur Leistungsfähigkeit der Branche. Analysiert werden unter anderem die Standortbedingungen in Deutschland, die Entwicklung der europäischen und globalen Pharmamärkte, Forschungs- und Innovationstätigkeiten sowie Strukturen des deutschen Gesundheits- und Apothekenmarktes.

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