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Bei den Projektlaufzeiten schätzen die Unternehmen das Optimierungspotenzial im Schnitt auf zwölf Prozent. Je nach Projektdauer können das Wochen bis Monate schneller sein – unter Umständen das Zünglein an der Waage bei einer Vergabeentscheidung.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, seien in der Organisation der Unternehmen sowie in den Geschäftsprozessen umfangreiche Anpassungen notwendig. Diese Änderungen betreffen vor allem das Engineering und die Angebotserstellung. Doch auch der Vertrieb, der es bislang gewohnt war, kundenspezifische Unikate anzubieten, muss sich auf die neue Strategie einstellen.
Modularisierung und Standardisierung weiter entwickeln
Als wesentliche Erkenntnis der Studie lässt sich festhalten, dass der Großanlagenbau die Standardisierung von Baugruppen, Maschinen und kompletten Anlagen als wichtigen Baustein seiner Wettbewerbsstrategie erkannt hat und diese Methode zu-künftig weiter optimieren wird.
Handlungsfelder von hoher Relevanz sind hierbei die Schaffung integrierter Planungssysteme, der Einsatz von intelligenten und vernetzten Softwarelösungen sowie die Einbindung von Lieferanten in die Produktenwicklung.
„Ferner müssen im Vertrieb das Bewusstsein und der Wille reifen, Standards zu verkaufen. Letztlich kann das nur gelingen, wenn das Topmanagement den Modularisierungsgedanken lebt und auch gegen interne Widerstände verteidigt“, so das Fazit von AGAB-Sprecher Knauthe.
Hintergrund der Umfrage
Der Wettbewerbsdruck im Großanlagenbau hat in den vergangenen drei Jahren erheblich zugenommen. Wie in anderen Industrien nimmt auch im Großanlagenbau die Zahl der Marktteilnehmer aus Schwellenländern beständig zu. Vor allem Anbieter aus Ostasien heizen den Kampf um Marktanteile an. Dabei werden chinesische Anbieter als weltweit stärkste Herausforderer wahrgenommen.
Hingegen hat der südkoreanische Anlagenbau an Boden verloren: Als Folge von Abwicklungsproblemen bei Großprojekten sind bei einigen Anbietern eine geringere Preisaggressivität und eine niedrigere Risikobereitschaft als noch vor zwei Jahren festzustellen. Dies wirkt sich augenscheinlich auch auf die Wahrnehmung des von Südkorea ausgehendesind n Wettbewerbsdrucks aus. Gingen 2012 noch 83 Prozent der Verantwortlichen im Industrieanlagenbau von einer deutlichen Zunahme dieses Drucks in den kommenden drei Jahren aus, waren es 2014 nur noch 45 Prozent.
* Die Autorin ist Leitende Redakteurin der PROCESS
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