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Namur-Hauptsitzung 2014

Remote Control im täglichen Anlagenbetrieb

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Unabdingbar ist eine höhere Stabilität der Anlage und Robustheit der Automatisierungslösungen. „Wir stellen immer wieder fest, dass nur die Hälfte der Regelkreise wirklich gut funktioniert. Im Umkehrschluss heißt das, dass bei der Hälfte ständig Operator-Bedarf ist“, zieht Birk die ernüchternde Bilanz. Eine Lösung läge in zielgruppenorientierten PLS-Modulen, um die Komplexität für den Operator zu reduzieren.

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Dass dies gelingen kann, selbst mit einem Prozessleitsystem von 1994, bewies Birk am Beispiel eines Antioxidanzien-Betriebs in Kaisten (BASF Schweiz), der tatsächlich nur von einer Person bedient wird und über Nacht unbesetzt ist. Aber: „Hier war es das erklärte Ziel, den Betrieb in diesen Zustand zu bringen“, machte Birk klar. Und von alleine ging auch in diesem Projekt nichts. „Die Basis war ein tiefes Prozessverständnis. Dabei war der Implementierungsaufwand so hoch, dass er nicht für eine breite Basis zu empfehlen ist.“ Vor diesem Hintergrund schlug Dr. Birk eine Namur-Empfehlung „Remote Operation“ vor, die Aspekte wie Genehmigungssituation, Sicherheit und Umweltschutz, Betreiberaspekte, Mitarbeiter- Qualifikation und Erfolgsfaktoren abdeckt.

Smart nicht nur im Privatbereich

Mobile Technologien wie Smartphones und Tablet-PCs haben in den letzten Jahren nachhaltig unser tägliches Leben beeinflusst und verändert. Die Erfolgsfaktoren für den rasanten Zuwachs sind in der Bedienerfreundlichkeit, der durchgängigen Kommunikationsinfrastruktur und der hohen Anzahl von Anwendungen zu finden. „In der Praxis laufen gerade in Ex-geschützen Gebieten viele Anwender immer noch mit dem Modell Backstein herum“, so Christian Klettner, BASF, in seinem Plädoyer für mobile Automation in der Prozessindustrie. Dabei gibt es vermehrt Anwendungsbeispiele, etwa in der Planung (3D-Modell zur Vor Ort-Validierung), in der Intralogistik (Optimierung der Betriebslogistik), in der Prozessführung (mobile Bedienterminals für Prozessführungsaufgaben) und bei der Unterstützung von Instandhaltungstätigkeiten.

Bei der Umsetzung von mobilen Anwendungen steht die Nutzerakzeptanz klar im Vordergrund. Maßgeblich wird dieses Thema durch die Hardware bestimmt. Durch die hohen Anforderungen bezüglich des Explosionsschutzes entsteht eine Entkopplung der Innovationszyklen zwischen der Automatisierungstechnik und der IT.

Auch in Bezug auf Automation Security stellt der Einsatz von mobilen Komponenten die Automatisierungstechnik vor neue Herausforderungen. Neben Windows-Geräten drängen Betriebssysteme wie Android auf den Markt. Hier gilt es, Lösungen so zu designen, dass Security-Risiken minimiert werden.

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