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„Die Forschungsergebnisse von Professor Diederich besitzen eine hohe Ausstrahlungswirkung, da mit der Materialforschung und der Medizin sehr unterschiedliche Fachgebiete von seinen Forschungen und Erkenntnissen profitieren“, hatte auch Paul-Josef Patt im Vorfeld der Preisverleihung erklärt. François Diederichs Arbeiten auf dem Gebiet der Medizinalchemie führten zur Entwicklung neuer Enzym-Inhibitoren. Diese Inhibitoren greifen selektiv in einen Biosyntheseweg ein, der sich bei Krankheitserregern findet. Diese Forschungsarbeiten könnten zur Entwicklung neuer Medikamente führen, beispielsweise gegen Malaria- und Tuberkulose-Erreger.
Der Ernst-Hellmut-Vits-Preis, benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität (heute: Universitätsgesellschaft Münster), wird in zweijährigem Turnus verliehen. Im Wechsel wird ein Beitrag aus dem Bereich der Naturwissenschaften/Medizin und aus den Geisteswissenschaften gewählt. Der letzte an einen Naturwissenschaftler vergebene Vits-Preis war vor vier Jahren an den Physiker Prof. Dr. Stefan W. Hell gegangen, der 2014 gemeinsam mit zwei amerikanischen Forschern den Nobelpreis für Chemie erhielt. Weitere Preisträger sind unter anderem die Soziologin Renate Mayntz (2008) sowie der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker (1980).
Lebenslauf von François Diederich
François Diederich wurde am 9. Juli 1952 in Ettelbrück in Luxemburg geboren. Von 1971 bis 1977 studierte er Chemie an der Universität Heidelberg. Im Jahr 1979 promovierte er in Heidelberg am Max-Planck-Institut (MPI) für medizinische Forschung. Bis 1981 forschte er als Postdoktorand an der University of California at Los Angeles (UCLA), USA, bevor er eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für medizinische Forschung in Heidelberg antrat und dort 1985 seine Habilitation abschloss. 1985 erhielt er einen Ruf an die UCLA und kehrte als "Associate Professor" dorthin zurück. Seit 1992 ist François Diederich ordentlicher Professor für Organische Chemie am Laboratorium für Organische Chemie der ETH Zürich.
Er ist korrespondierendes Mitglied der "US National Academy of Sciences" und gehört diversen wissenschaftlichen Akademien innerhalb und außerhalb Deutschlands an. Zu seinen zahlreichen bisherigen Auszeichnungen und Förderungen zählen der Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis (2005), der "ERC Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrates (2010), die Adolf-von Baeyer-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (2011) sowie die Ehrendoktorwürde der Technion University, Israel (2012).
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