Milchsäure aus Glycerin Produktion von Milchsäure aus Glycerin bei der Biodieselherstellung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Dank eines neuen Verfahrens von ab&cd Innovations gelingt es bei der Biodieselherstellung das Nebenprodukt Glycerin zu verwerten und Milchsäure zu produzieren.

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Ein neues Verfahren von ab&cd Innovations ermöglicht die Produktion von Milchsäure aus dem Nebenprodukt Glycerin der Biodieselherstellung. (Bild: Ab&Cd Innovations)
Ein neues Verfahren von ab&cd Innovations ermöglicht die Produktion von Milchsäure aus dem Nebenprodukt Glycerin der Biodieselherstellung. (Bild: Ab&Cd Innovations)

Wien - Bei der Produktion von Biodiesel entsteht Glycerin. Aus diesem Nebenprodukt gewinnt ab&cd Innovations mithilfe eines neuen Verfahrens Milchsäure. Bisher wird das Zwischenprodukt der Nahrungsmittelindustrie zu 90 Prozent auf fermentativen Weg aus Mais, Weizen oder Zucker hergestellt. Im Vergleich zur Produktion von Milchsäure im Bioreaktor, sind die Anlageninvestitionen in die neue Technologie um 75 Prozent reduziert.

Die Entwickler sehen in dem Verfahren die Chance, die teure Produktion von Biodiesel einzudämmen. Bisher versuchen die Hersteller die Biodieselproduktion durch den Verkauf von Nebenprodukten ertragreich zu gestalten. Bedingt durch die wachsende Biodiesel- und Fettsäureproduktion entsteht allerdings ein Überschuss an Glycerin. Ein Preisverfall der Substanz ist die Folge.

Einen Ausweg sehen die Forscher in der Weiterverarbeitung des Glycerins zu Milchsäure. Die Verantwortlichen des Projekts betonen den steigenden Bedarf an Milchsäure, beispielsweise bei der Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe. Zusätzlich sollen die Kosten für den Anlagenbau weitaus geringer sein. Auch auf Nahrungsmittel wie Mais und Weizen muss nicht zurückgegriffen werden.

Milchsäure wird in hoher Reinheit mit guter Ausbeute produziert

Dr. Amitaya Kundu, Gründer und CEO des Unternehmens, erläutert weitere positive Aspekte: "Unser Verfahren nutzt ein Nebenprodukt der Biodieselherstellung und ist ein rein synthetisches. So ist es uns gelungen, durch eine optimale Abstimmung von bestimmten Katalysatormetallen und Reaktionsbedingungen Milchsäure in hoher Reinheit bei gleichzeitig beträchtlicher Ausbeute von bis zu 80 Prozent zu gewinnen."

Dank des geringen Platzbedarfs der Anlagen lohnt sich die Integration in die Produktionsstätten des Biodiesels. In Kooperation mit Inits Universitäres Gründerservice Wien bereitet ab&cd Innovations bereits den Scale up in den Industriemaßstab vor. "Wir sehen unser Unternehmen nun für einen Markteintritt im wachsenden Biodieselmarkt in Europa gut gerüstet - und auch Asien wird von uns bereits angezielt", begründet Kundu diesen Schritt.

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