PUR-Hartschaumstoff Polyolen aus Pflanzenöl für die PUR-Hartschaumstoffproduktion

Redakteur: Manja Wühr

Bayer MaterialScience hat ein neues Produktionsverfahren für die Herstellung von Polyurethan-Hartschäumen auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt.

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Leverkusen – Für die Herstellung von Polyolen – neben Isocyanaten eine der beiden Ausgangskomponenten für Polyurethane (PUR) – werden zurzeit verstärkt Natural Oil Polyols (NOPs) eingesetzt, die neben natürlichen Rohstoffen auch Pflanzenölbestandteile enthalten. Bayer MaterialScience hat ein Verfahren für die NOP-Herstellung für Polyurethan-Hartschäume entwickelt und inzwischen zum Patent angemeldet. Durch die Kombination von Alkoxylierung und Umesterung entstehen Polyole mit hohen Anteilen an Pflanzenölkomponenten und gleichzeitig mit dem gewohnten Eigenschaftsspektrum sowie in der bekannten strukturellen Vielfalt konventioneller Polyole. Nach Angeben des Unternehmens zeigen PUR-Hartschaumstoffe auf Basis der neuen NOPs bei Verwendung verschiedener gängiger Treibmittel Eigenschaften, die denjenigen konventioneller Produkte keineswegs nachstehen.

Die gute Verträglichkeit mit konventionellen Polyolen ermöglicht darüber hinaus die Steigerung des NOP-Anteils in den Rezepturen, sodass die Hartschäume beispielsweise die Beschaffungsrichtlinie der amerikanischen Regierung erfüllen können, die Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber solchen auf Basis petrochemischer Rohstoffe bevorzugt. Die Richtlinie basiert auf einem Vorschlag des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), demzufolge ein Mindestgehalt an nachwachsenden Rohstoffen für die Einstufung als „biobasiert“ festzulegen sei. Im Falle der Isolierung von Gebäudewänden soll ein Hartschaum (Sprühschaum oder Dämmplatte) mindestens zu acht Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, um diese Anforderung zu erfüllen. Während Polyetherpolyole auf Basis von Zucker bis zu etwa 30 Prozent aus erneuerbaren Anteilen bestehen, ermöglicht die neue Technologie die Herstellung von NOPs mit Gehalten an nachwachsenden Rohstoffen zwischen 40 und 70 Prozent. Aus diesen NOPs lassen sich Hartschäume mit Anteilen von etwa 10 bis 15 Prozent an natürlichen Rohstoffen produzieren, die damit die genannte Anforderung für die Einstufung als biobasiert sogar deutlich übertreffen.

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