PET-Anlagen PET-Anlagen – aus bestehenden Anlagen mehr herausholen

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Kapazitätserweiterungen von Polyesteranlagen sind das tägliche Geschäft der Serviceexperten von Uhde Inventa-Fischer. Hier erfahren Sie, wo die größten verfahrenstechnischen Hebel liegen.

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Serviceleistungen sind ein wichtiges Kerngeschäft für Uhde Inventa-Fischer.
Serviceleistungen sind ein wichtiges Kerngeschäft für Uhde Inventa-Fischer.
(Bild: ThyssenKrupp Uhde)

Einen Neubau auf der grünen Wiese zu planen, ist eine Herausforderung. Aber auch wer sich mit dem Gedanken trägt, eine bestehende Anlage umzubauen, etwa um Produktionskapazitäten zu steigern oder Energie einzusparen, lässt sich auf ein komplexes Projekt ein, bei dem die Unterstützung durch ein Expertenteam unerlässlich ist.

Experten, wie die Ingenieure von Uhde Inventa-Fischer, die in den letzten Jahren Erfahrungen mit einer großen Zahl an Revamps von PET-Anlagen gesammelt haben. Besonders Kapazitätserweiterungen stehen momentan hoch im Kurs, weiß Stefan Bartz, Vice President Sales, der in Berlin und Domat/Ems in der Schweiz ansässigen ThyssenKrupp Uhde-Tochter, zu berichten. (Lesen Sie weiter: Polymeranlagen ertüchtigen – wann rechnet sich der Aufwand?)

Seit Jahren erobern PET-Flaschen den Getränkemarkt und die Nachfrage wächst pro Jahr zwischen fünf und zehn Prozent. „Kleinere bestehende Anlagen können oft nicht mehr mit den Großanlagen konkurrieren. Daher steigt der Druck, die spezifischen Produktionskosten zu senken“, sagt der Service-Vertriebsleiter.

Das kommt insbesondere in Europa vor, aber auch in Asien, wo die Nachfrage besonders hoch ist und mancher Betreiber gerne ein paar hundert Tagestonnen mehr aus seiner Anlage herauskitzeln würde. „Eine Kapazitätserweiterung hilft, den Markt schnell zu bedienen, und erfordert einen weitaus geringeren Investitionsaufwand“, betont Bartz.

Am Anfang steht das Konzept

Sechs bis neun Monate veranschlagt Robert Helterhoff, Leiter Technology Services, für ein solches Projekt. Hierbei geht dem eigentlichen Umbau in der Regel eine Konzeptstudie voraus, bei der zunächst der Anlagenzustand kritisch unter die Lupe genommen wird, verschiedene Umbauvarianten gegen einander gerechnet werden können und eine maßgeschneiderte Lösung entsteht.

„Typischerweise liegen Kapazitätserweiterungen im Bereich von 30 bis 70 %“, erklärt Bartz. Braucht der Kunde weniger, reichen meist einzelne Maßnahmen aus. Schließlich müssen u.a. Anlagenleistung, Investitionskosten und Stillstandszeiten berücksichtigt werden – und in der Regel rechnet der Betreiber mit dem spitzen Stift, denn der Polyestermarkt ist sehr preissensibel.

Deshalb armortisieren sich auch Investitionen in Energiesparmaßnahmen, wie etwa die energetische Nutzung des bei der Veresterung freigesetzten Reaktionsdampfs, schon in kurzer Zeit. „Oft kann der Energiebedarf um bis zu 30 % reduziert werden“, präzisiert Bartz.

Den Flaschenhals weiten

Auch Flaschenhälse in der Produktion können oft mit wenigen Verfahrensoptimierungen beseitigt werden. Typische Engstellen entstehen beispielweise durch Pumpen und Armaturen, die den Durchsatz begrenzen. Bei einem kompletten Revamp reichen solche Einzelmaßnahmen natürlich nicht aus. Hier wird in der Anlage an vielen Stellschrauben gedreht, denn letztlich kommt es auch darauf an, die Reaktionseffizienz zu steigern.

Das geht bei der Polyesterherstellung vor allem über Wärme, die über zusätzliche Wärmetauscherflächen in den Prozess gebracht wird und über die Intensivierung des Stoffaustauschs durch neue oder modifizierte Reaktoreinbauten.

Was machbar ist, haben die Ingenieure in Thailand bewiesen, wo eine 1990 von Uhde Inventa-Fischer gebaute Polyesteranlage in mehreren Schritten von 120 auf 270 Tonnen pro Tag erweitert wurde, also auf mehr als das Doppelte.

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