Wasseraufbereitung Oxyle sichert sich 15,4 Millionen Euro für die Beseitigung von PFAS im Abwasser

Quelle: Oxyle 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mit einer neuartigen Lösung zur vollständigen Zerstörung von PFAS-Molekülen in Abwasser setzt Oxyle neue Standards in der Wasseraufbereitung. Eine Seed-Finanzierung über 15,4 Millionen Euro soll den Ausbau und die globale Anwendung der Technologie in verschiedenen Branchen beschleunigen.

Das System von Oxyle zerstört PFAS-Moleküle vollständig.(Bild:  Oxyle)
Das System von Oxyle zerstört PFAS-Moleküle vollständig.
(Bild: Oxyle)

Das Schweizer Start-up Oxyle hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von umgerechnet 15,4 Millionen Euro abgeschlossen. Mit den Geldern will das Unternehmen seine neuartige Technologie zur Zerstörung von PFAS im Abwasser weiter ausbauen. Die Runde baut auf einer Pre-Seed-Finanzierung von 3 Millionen Dollar (ca. 2,9 Millionen Euro) im Jahr 2022 auf. Die Seed-Runde wurde von 360 Capital angeführt, mit Beteiligung von Axeleo Capital sowie den Bestandsinvestoren Founderful und SOSV.

Während herkömmliche Methoden wie Filtration und Adsorption PFAS lediglich aus dem Wasser entfernen und in andere Abfallströme verlagern, geht Oxyle einen Schritt weiter: Das System zerstört die PFAS-Moleküle vollständig. Dabei erreicht die Technologie dem Unternehmen zufolge Eliminierungsraten von über 99 % und verbraucht 15-mal weniger Energie als alternative Verfahren. Der dreistufige Prozess kombiniert Schaumfraktionierung, katalytische Zerstörung und maschinelles Lernen, um eine Echtzeitüberwachung und kontinuierliche Optimierung zu gewährleisten. Aufwendige Laboranalysen entfallen – die Ergebnisse sind sofort verfügbar.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Von der Idee zur globalen Lösung

„Vor fünf Jahren waren wir ein kleines Team mit einer großen Idee: Wasser von schädlichen Chemikalien zu befreien. Heute ist diese Idee Realität. Die aktuelle Finanzierung ermöglicht es uns, unsere Technologie in die Hände jener zu bringen, die sie am dringendsten benötigen – sei es in der Industrie oder in Gemeinschaften weltweit“, erklärt Dr. Fajer Mushtaq, CEO und Mitgründerin von Oxyle.

Gegründet wurde Oxyle von Dr. Mushtaq und Dr. Silvan Staufert an der ETH Zürich. Gemeinsam entwickelten sie eine Technologie, die „Ewigkeitschemikalien“ innerhalb weniger Minuten abbauen kann.

In nur vier Jahren hat Oxyle den Sprung von der Forschung zur Anwendung geschafft. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 26 Mitarbeiter, hat über 20 Kundenprojekte abgeschlossen und prestigeträchtige Auszeichnungen wie den Swiss Technology Award, den Seif Tech for Impact Award erhalten und ist Teil der Uplink Top Innovators des Weltwirtschaftsforums. Mit umsatzbringenden Pilotprojekten und der Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Anlage konnte Oxyle Maßstäbe in der Wasseraufbereitung setzen. Nun ist das Start-up im Prozess, sich mehrjährige Behandlungsverträge zu sichern.

Die Wirksamkeit der Technologie zeigt sich in zahlreichen Anwendungsbereichen. In der Grundwasseraufbereitung werden PFAS-Konzentrationen von 8700 ng/l auf unter 14 ng/l reduziert. In der Behandlung von Bodenwaschwasser erreicht das System eine Entfernung von 99,8 % bei 11 verschiedenen PFAS-Arten. Die Oxyle-Technologie eliminierte 98 % der kurzkettigen PFAS und reduzierte die Konzentrationen von Trifluoressigsäure (TFA) in Versuchen mit einem Industriekunden um 96 %. Im November 2024 hat Oxyle in der Schweiz ein großtechnisches System in Betrieb genommen, das 10 Kubikmeter kontaminiertes Grundwasser pro Stunde mit weniger als 1 kWh/m³ behandelt.

Oxyle hat sich das Ziel gesetzt, in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Kubikmeter kontaminiertes Wasser zu behandeln. Das Unternehmen plant, seine Technologie in unterschiedlichsten Branchen einzusetzen – von der Chemie- und Konsumgüterindustrie über die Halbleiterproduktion bis hin zur kommunalen Wasseraufbereitung. Das frische Kapital will das Unternehmen nutzen, um in allen Bereichen weiterzuwachsen, und sucht bereits nach Verstärkung für sein Team.

(ID:50304883)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung