Zvei-Pressekonferenz Noch keine Trendumkehr für Elektro- und Digitalindustrie in Sicht

Quelle: Zvei 2 min Lesedauer

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Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie durchlebt eine schwere Zeit: Produktion, Exporte und Beschäftigung sind 2024 teils drastisch zurückgegangen. Überregulierung und hohe Standortkosten gefährden die Wettbewerbsfähigkeit – und die Aussichten für 2025 bleiben verhalten.

Die Elektro- und Digitalbranche verbüßt laut Zvei-Präsident Dr. Gunther Kegel Rückgänge bei allen relevanten Kennzahlen.(Bild:  Zvei/ Mark Bollhorst)
Die Elektro- und Digitalbranche verbüßt laut Zvei-Präsident Dr. Gunther Kegel Rückgänge bei allen relevanten Kennzahlen.
(Bild: Zvei/ Mark Bollhorst)

„Das vergangene Jahr war für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie sehr schwierig. Die Branche verbüßte Rückgänge bei allen relevanten Kennzahlen“, sagt Zvei-Präsident Dr. Gunther Kegel anlässlich der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Verbands. Die preisbereinigte Produktion ist von Januar bis einschließlich November 2024 um über 9 % eingebrochen. Damit bleibt sie nochmals hinter der Prognose aus dem Herbst von -7 % zurück. Bei den nominalen Erlösen (einschließlich Dienstleistungen) verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im gleichen Zeitraum ein Minus von 6,5 %. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2024 ergibt sich daraus ein Umsatz von etwa 223 Milliarden Euro – nach 238 Milliarden Euro im Jahr davor.

Die Elektroexporte gaben von Januar bis November 2024 um 4 % nach. Hier drehten alle wichtigen Absatzmärkte ins Minus, inklusive der beiden größten Märkte in China und den USA. Auch die Beschäftigung in der Branche ging zurück. Zuletzt waren in Deutschland gut 892.000 Menschen tätig – zwei Prozent weniger als im Vorjahr. „Immer deutlicher tritt zutage, dass die Probleme nicht nur konjunktureller, sondern auch struktureller Art sind“, hebt der Zvei-Präsident hervor. „Der Industriestandort Deutschland ist überreguliert und zu teuer. Er behindert unternehmerische Initiative und hat an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verloren.“

Für 2025 geht der Zvei davon aus, dass die reale Produktion weiter leicht um -2 % nachgeben wird. „Um ein weiteres Rezessionsjahr zu vermeiden, muss die kommende Bundesregierung dringend handeln. Wir brauchen eine Effizienzwende – nicht nur technologisch, sondern insbesondere auch politisch und regulatorisch: Weniger Bürokratie, mehr Freiheit für Unternehmergeist, mehr Raum für Innovationen“, fordert Kegel nachdrücklich.

Zuversicht schöpft der Zvei-Präsident aus den drei Megatrends Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung, die nach wie vor uneingeschränkt intakt seien und neue wirtschaftliche Dynamik entfalten könnten. „Technologisch sind wir auf die Effizienzwende und den klimaneutralen Umbau unserer Industriegesellschaft vorbereitet“, so Kegel. „Dazu müssen wir Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz allerdings besser als bisher in Einklang bringen.“

Abschließend appellierte der Präsident an die Bürger, dem Rechtsextremismus durch die Stimmabgabe bei der Bundestagswahl entgegenzutreten. Rechte Ideologien seien die größte Gefahr für die demokratische Grundordnung, die Einheit Europas, die Freiheit und das Ansehen Deutschlands in der Welt sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Wohlstand.

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