Kunststoff-Produktion Neues Verfahren für die Kunststoff-Produktion

Redakteur: Manja Wühr

Für die Produktion von Polysulfiden – besonders temperaturbeständige Kunststoffe – hat das Forscher-Team um Prof. Dr. Wolfgang Imhof vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Jenaer Universität zusammen mit dem Greizer Unternehmen AkzoNobel Functional Chemicals die Grundlage für ein nachhaltigeres Verfahren geschaffen.

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Chemiker Prof. Dr. Wolfgang Imhof (r.) von der Uni Jena und sein Kooperationspartner Dr. Olaf Klobes von AkzoNobel in Greiz setzen bei der Herstellung zyklischer Schwefelverbindungen auf Katalysatoren. (Bild: Anne Günther/FSU)
Chemiker Prof. Dr. Wolfgang Imhof (r.) von der Uni Jena und sein Kooperationspartner Dr. Olaf Klobes von AkzoNobel in Greiz setzen bei der Herstellung zyklischer Schwefelverbindungen auf Katalysatoren. (Bild: Anne Günther/FSU)

Jena – „Beim bisher üblichen Produktionsverfahren fallen große Mengen an Nebenprodukten an, die entsorgt werden müssen“, so Prof Imhof. Dies mache das Verfahren sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht langfristig ungeeignet. Im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojekts „POLYS“, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Freistaat Thüringen gefördert worden ist, haben die Forscher aus Jena zusammen mit AkzoNobel einen Syntheseweg für die Grundbausteine der Polysulfide entwickelt, bei dem keine schädlichen Nebenprodukte entstehen. „Außerdem verspricht das Verfahren eine hohe Ausbeute und benötigt nur wenige Reaktionsschritte“, freut sich Dr. Olaf Klobes, RD&I Manager von AkzoNobel in Greiz.

„Entgegen des unter Chemikern weit verbreiteten Vorurteils lassen sich auch schwefelhaltige Substrate mit geeigneten Katalysatoren effektiv umsetzen“, unterstreicht Prof. Imhof. Als Katalysatoren für die Synthese kommen sogenannte Übergangsmetalle zum Einsatz, wie Ruthenium, Palladium oder Kupfer. Wie Prof. Imhof und seine Kollegen in drei inzwischen erschienenen Publikationen zeigen konnten, lassen sich organische Schwefelverbindungen reversibel an Ruthenium binden. Ein neues Verfahren zur katalytischen Synthese von zyklischen Schwefelverbindungen wollen die Forscher von der Universität gemeinsam mit ihrem Wirtschaftspartner nun zum Patent anmelden. „Was im Forschungslabor bereits gut funktioniert, muss nun natürlich auch im weitaus größeren Industriemaßstab klappen“, sagt Dr. Klobes. Es bleibe also noch einiges an Entwicklungsarbeit zu erledigen. Dabei wolle sein Unternehmen auch weiterhin mit den Chemikern der Friedrich-Schiller-Universität zusammenarbeiten. Ein Nachfolgeprojekt zur Polymerisation der zyklischen Verbindungen ist bereits in Planung.

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