Molch-Technik Neues Molchverfahren ergänzt die CIP/SIP-Reinigung von Rohren

Redakteur: Manja Wühr

Scherkraftempfindliche Produkte reagieren bei der Reinigung mithilfe herkömmlicher Molchtechniken meist hoch sensibel. Ein neuer Ansatz verspricht nun Abhilfe.

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Umfüllleitung mit integrierter RIP-Reinigung (Bild: M&S Armaturen)
Umfüllleitung mit integrierter RIP-Reinigung (Bild: M&S Armaturen)

Viele Produkte im Pharma-, Food- und Kosmetikbereich sind scherkraftempfindlich und müssen daher schonend gefördert werden – auch während der Reinigung der Rohrleitungen. Beim konventionellen Molchen wird der Molch kontinuierlich beschleunigt und erreicht hohe Endgeschwindigkeiten. Ein alternatives Verfahren – Removal In Place (RIP) – hingegen sichert die Produktqualität und sorgt dafür, dass Emulsionen, Kristallstrukturen oder beigemischte Partikel erhalten bleiben. Denn beim RIP räumt der Molch mit einer konstanten, dem Produkt angepassten Geschwindigkeit – über die gesamte Lauflänge und unabhängig von den Druckverhältnissen im Rohr. Die Verdrängungsgeschwindigkeit (= Molchgeschwindigkeit) liegt zwischen 0,2 und 1,0 m/s. Schokolade wird z.B. mit 0,4 m/s verdrängt. Bei dieser Geschwindigkeit kommt es weder zum Karamellisieren an der Rohrwand noch zur Strukturveränderung im Produkt.

Für die technische Umsetzung steht daher das Einhalten einer konstanten Verdrängungsgeschwindigkeit im Fokus. Die Firma M&S Armaturen hat hierfür mechanische Regler für das unsensible Treibmedium konzipiert – sowohl für gasförmige als auch flüssige Treibmedien. In beiden Fällen handelt es sich um Regler, die den Treibdruckvolumenstrom konstant halten und nach dem Prinzip „bewegliche Blende“ arbeiten. Der Treibregler Gas lässt sich vor Ort justieren, der Treibregler Wasser wird werksseitig auf einen festen Durchflusswert eingestellt. Während die Treibregler den Volumenstrom konstant halten, passt sich der Treibdruck in der Rohrstrecke dynamisch an. Er verringert sich mit zunehmender Lauflänge. Neben den Treibreglern stellt M&S einen Baukasten mit hygienischen Molchkomponenten zur Verfügung. Mit diesen Bausteinen lassen sich individuelle RIP-CIP-fähige Produktlinien errichten. Das Bild zeigt beispielhaft eine Umfüllleitung mit integrierter RIP-Reinigung. Der Molch pendelt im geschlossenen System. Er wird vorwärts mit Wasser und rückwärts mit Luft angetrieben. In der Praxis hat sich diese Betriebsweise bewährt.

* J. Siegrist ist Geschäftsführer und H. Wagner ist Verfahrenstechniker bei der M&S Armaturen GmbH, Kürnbach.

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