TDI-Produktion Neue TDI-Großanlage im Chempark Dormagen
Ausgerechnet in ihrem 50. Jubiläumsjahr wurde am vergangenen Montag mit der Stilllegung der klassischen TDI-Produktionsstätte im Chempark Dormagen begonnen. Nach einem halben Jahrhundert verlässlicher Arbeit macht sie nun einer moderneren Großanlage Platz, die nur wenige hundert Meter weiter entsteht.
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Dormagen – Rund 250 Millionen Euro investiert Bayer Material Science in den Neubau. Die Chemikalie Toluylen-Diisocyanat soll dort ab Ende 2014 in einem besonders umweltverträglichen Verfahren hergestellt werden. TDI wird für Polyurethan-Weichschaum benötigt, aus dem viele Dinge des täglichen Lebens wie Polstermöbel, Matratzen und Autositze bestehen.
TDI hat Tradition in Dormagen
Die Stilllegung des Altbetriebs und das Entleeren und Reinigen aller Anlagenteile ist anspruchsvoll. Während aktuell bereits ein Teil des Teams in der neuen TDI-Anlage tätig ist und sich auf das Anfahren dort vorbereitet, hilft der andere Teil der Belegschaft beim Herunterfahren der bisherigen Produktionsstätte.
„Trotz der vielen Jahre auf dem Buckel hat die alte Anlage bis zuletzt eine hervorragende Leistung erbracht“, sagt Betriebsleiter Michael Schmid. Zum Start wurden pro Jahr gut 5.000 Tonnen TDI produziert, im vergangenen Jahr waren es knapp 70.000 Tonnen. 2012 feierte die Mannschaft sogar die Herstellung der insgesamt zweimillionsten Tonne. „Die TDI-Produktion hat eine große und langjährige Geschichte in Dormagen“, fasst der heutige TDI-Chef Holger Orzesek zusammen. „Mit dem Anfahren der Großanlage beginnt nun eine neue Ära.“
In Dormagen steht auch die Pilotanlage, in der ab 2004 die Herstellung von TDI nach einem ganz neuen, technisch revolutionären Verfahren erprobt wurde. Nach ihrem Vorbild wurde zunächst eine Großanlage am Standort Shanghai in China gebaut, und jetzt eben die neue Produktionsstätte in Dormagen.
Weniger Energie, mehr TDI
In beiden Großanlagen kommt zum Einsatz, was sich in der Probezeit in der Pilotanlage glänzend bewährt hat: Das sogenannte Gasphasen-Verfahren ist eine exclusive Technologie von Bayer und setzt global ganz neue Maßstäbe, weil es die Herstellung besonders effizient und klimaschonend macht. Gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Größe ermöglicht das Gasphasen-Verfahren von Bayer Material Science Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent. Zudem kommt die Technologie mit bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel aus. „Dies trägt zu einer deutlich besseren Energie- und Umweltbilanz bei und sichert dem Unternehmen darüber hinaus auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, unterstreicht Holger Orzesek. Und zum Vergleich: Die neue Anlage soll eine Kapazität von 300.000 Jahrestonnen haben.
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