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Weit verbreitet in der Korrosionsmessung sind Coupons, die aus dem jeweiligen Material des Krümmers oder der Rohrleitung bestehen, einfach in die Anlagen gehängt werden und deren Materialverlust gewogen wird. Ebenfalls relativ unkompliziert ist die Messung des Materialverlusts über den Ohmschen Widerstand. Beides sind einfache Methoden, die jedoch wenig über die Art und die Geschwindigkeit der Korrosion verraten.
Schwung durch online-Verfahren
Die Ideallösung läge in einem Online-Messverfahren, das in der Messwarte bei einem kritischen Materialabtrag Alarm schlägt. Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan: Bereitet die Messung der Korrosion schon Schwierigkeiten, ist die Interpretation der gewonnenen Messdaten mindestens noch mal so schwierig – übrigens unabhängig vom Messverfahren. Gerade die vielfältigen Ursachen und Schadensbilder der Korrosion stellte die Betreiber beim Messen der Korrosion bis vor kurzem vor erhebliche Schwierigkeiten. „Bislang war die verfügbare Messtechnik zu kompliziert in der Handhabung, da diese ursprünglich für Laboranwendungen entwickelt wurde. Daher war ein hoher Aufwand nötig, um die Systeme in den betrieblichen Ablauf einzubinden, etwa die Montage, der elektrische Anschluss, aber auch die Messdatenübertragung und -auswertung“, nennt Matthias Klüh, Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Honeywell Field Solutions in Offenbach, die Gründe für ein Scheitern der Korrosionsmessungen in der Vergangenheit.
Dennoch sorgen in jüngster Zeit einige Online-Messverfahren für neuen Schwung beim kontinuierlichen Korrosionsmonitoring, etwa die SmartCet-Technologie von Honeywell oder Corr Tran MV von Pepperl+Fuchs. „Die Marktverbreitung der Smart-CET-Technologie ist im Vergleich zu den zigtausendfach eingebauten Coupon-Messtellen noch überschaubar“, gibt Klüh zu. Nicht zuletzt wegen der bereits eingesetzten Honeywell Online-Korrosionsmesssysteme ist der Korrosionsexperte jedoch optimistisch. Systeme auf Basis der SmartCet-Technologie sind in den verschiedensten Branchen und Anwendungen teilweise seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz, z.B. bei der BASF und Rohm&Haas. „Für die kommenden Jahre sehe ich einen erheblich ansteigenden Bedarf an Online-Messungen, insbesondere auch für Anwendungen, bei denen heute nur vereinzelt Korrosionsmessung betrieben wird.“ Auch bei Pepperl+Fuchs ist die Resonanz auf das neue System überwiegend positiv. Trotzdem wird die neue Technologie Zeit benötigen, um sich im Markt zu etablieren.
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