ISPE-Jahrestagung

Neue ISPE-Strategie für Europa

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Aktivieren und Motivieren

Das Thema Mitgliederbindung, -aktivierung und vor allem -neugewinnung treibt natürlich auch die ISPE um. „Die Herausforderung ist, wie bringt man Manager dazu, die beruflich sehr belastet sind, sich in einer Organisation zu engagieren?“, fragt Zimmer. Die Folgen von Arbeitsverdichtung und 10-Stunden-Tage spüren die großen Organisationen schon seit Jahren. Immer weniger Pharmamanager werden für Sitzungen freigestellt und, um neben einem 10-Stunden-Tag auch noch Gremienarbeit zu leisten, muss man schon sehr motiviert sein. Hinzu kommt das Thema Nachwuchs. Wie kommt man an die viel zitierten Young Professionals ran? Wie bindet man die jungen Leute und was bietet man an Benefit?

Es gehe darum inhaltlich gute Arbeit zu leisten, gute Veranstaltungen und gute Produkte machen, sagt Zimmer. „Es muss sich herumsprechen, dass man bei der ISPE-Veranstaltung auch etwas Vernünftiges mit nach Hause nimmt.

Für die inhaltliche Arbeit initiiert die ISPE so genannte Key Initiatives, die man vielleicht am besten mit dem Begriff Schlüsselprojekte übersetzt. Dabei geht es um Produktentwicklung, also all dem, was eine Organisation anbieten kann. „Das können Konferenzen, Seminare, Workshops und die Mitarbeit an den Guidelines sein“, erklärt Zimmer. Eine besondere Rolle spiele die Nutzung neuer Medien, so schwebt ihm etwa eine Suchmaschine für pharmazeutische Begriffe und Guidelines vor.

Guter Draht zu den Behörden

Als ausbaufähig beurteilt Zimmer die ISPE-Kontakte zu den Genehmigungsbehörden. Der Dialog zur FDA und zu EMA sei bereits gut, aber der zu den lokalen Behörden müsse besser werden. Anders als in Amerika, wo sich alles um die FDA dreht, und die Mutterorganisation oft den direkten Draht zu den Inspektoren hat, sieht das in Europa völlig anders aus. Hier ist der Genehmigungsprozess für Arzneimittel dezentral organisiert. Außer für die rund 15 % über die EMA zentral zugelassenen Medikamente hat jede der 30 der EU angehörigen Nationen ihr eigenes Genehmigungsprozedere. Das gilt auch für die Unternehmensinspektionen. Hier ergibt sich ein noch verwirrenderes Bild. Die Inspektionen seien über hunderte von Inspektoraten in ganz Europa verteilt, erklärt Zimmer, und es sei eine Herausforderung mit den nationalen Behörden in Kontakt zu kommen und diese Beziehungen und Netzwerke auszubauen und aufrecht zu erhalten.

Aber nicht nur Außenkontakte müssen aufgebaut und gepflegt werden, auch nach Innen gibt es für Zimmer allerhand zu tun. Immerhin zwölf Affiliates, davon einige Mehrländeraffiliätes, wovon die ISPE-Dach mit über 1000 Mitgliedern die stärkste ist, gilt es unter einen Hut zu bringen. Wobei hier Fingerspitzengefühl gefragt ist, denn über die Jahre haben sich die Länderorganisationen autark entwickelt und eigene Strukturen gebildet, die nun harmonisiert und untereinander abgestimmt werden wollen. Genug Aufgaben also für die kommenden Jahre.

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