Zukunft ohne Erdöl Kompass für die Defossilisierung der petrochemischen Industrie in Deutschland

Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Forschungsprojekt „Green Feedstock for a Sustainable Chemistry“ hat nach drei Jahren intensiver Forschung seinen Abschluss gefunden. Im Fokus stand die Entwicklung von Langfristszenarien für eine fossilfreie Polymerindustrie und die umfassende Transformation der petrochemischen Industrie hin zu einem Kreislaufsystem auf Basis erneuerbarer Rohstoffe.

Das Wuppertal Institut hat einen Kompass für die Defossilisierung der petrochemischen Industrie in Deutschland vorgestellt.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Das Wuppertal Institut hat einen Kompass für die Defossilisierung der petrochemischen Industrie in Deutschland vorgestellt.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die petrochemische Industrie steht vor einem fundamentalen Kurswechsel: Um fossile Rohstoffe zu ersetzen, muss die Branche ihre Rohstoffbasis neu denken. Im Rahmen des Forschungsprojekts Green Feed stellen Forschende nun eine Technologie-Roadmap für die Defossilisierung der petrochemischen Industrie in Deutschland vor. Das Wuppertal Institut skizziert gemeinsam mit der Universität Kassel, dem Karlsruher Institut für Technologie und dem Deutschen Biomasseforschungszentrum, wie die Industrie langfristig ohne Erdöl auskommen kann. Diese und weitere Ergebnisse stellen die Projektpartner im Rahmen eines Online-Abschlussevents am 29. April 2025 vor.

Die nun veröffentlichte Technologie-Roadmap kondensiert die zentralen Erkenntnisse des Projekts und versteht sich als Kompass für die Defossilisierung der deutschen petrochemischen Industrie. Sie zeigt konkrete Pfade zu einer klimaneutralen Zukunft auf, bewertet die Rolle der hierfür notwendigen Technologien und gibt Handlungsempfehlungen für Industrie, Politik und Wissenschaft. Ein Industriebeirat begleitete die Arbeiten des Green-Feed-Teams. Forschungsansätze und Zwischenergebnisse wurden darüber hinaus in insgesamt sieben Workshops mit Stakeholdern der chemischen Industrie diskutiert und validiert.

„Die Transformation der Petrochemie ist von zentraler Bedeutung für die Klimaneutralität. Mit Green Feed haben wir nun erstmals Szenarien, die sehr differenziert aufzeigen, wie eine vollständige Abkehr von fossilen Rohstoffen nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch gelingen kann”, betont Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts.

Um unterschiedliche Entwicklungsrichtungen abzubilden, wurden in Green Feed zwei verschiedene Transformationspfade erarbeitet: das Szenario „Carbon Looping“, welches sehr stark auf die Nutzung heimischer Ressourcen wie Kunststoffabfälle und Biomasse abzielt und von einem ambitionierten Ausbau grüner Stromerzeugung profitiert, sowie das Szenario „Open Carbon Economy“, das stärker auf Rohstoffimporte von außerhalb Europas setzt. “Die beiden Szenarien weisen trotz der unterschiedlichen Ausrichtung deutliche Gemeinsamkeiten auf, etwa die große zukünftige Bedeutung von Methanol als Plattformchemikalie oder die Relevanz des Recyclings von Kunststoffabfällen in einem defossilisierten System“, sagt Dr. Clemens Schneider, der das Projekt von der Universität Kassel aus verantwortet und begleitet hat. Die nun veröffentlichte Roadmap zeigt mithilfe des Szenariovergleichs mehrere solcher robusten Strategieelemente auf, identifiziert aber auch, wo noch Unsicherheiten vorliegen und bisher noch umsetzungsorientierte Rahmenbedingungen fehlen.

(ID:50366899)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung