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Nachhaltige Kohlenstoffquellen Biomasse: Studie zeigt großes Potenzial für Chemie- und Grundstoffindustrie

Quelle: Nova-Institut 2 min Lesedauer

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Eine neue Studie kommt zu den Schluss, dass es möglich ist, bis 2050 20 % des gesamten globalen Kohlenstoffbedarfs der Chemie- und Grundstoffindustrie aus Biomasse nachhaltig zu decken. Diese Erkenntnis unterstreicht den Verfassern zufolge das Potenzial für eine Defossilisierung der Branche.

Biomasse hat das Potenzial, bis 2050 20 % des Kohlenstoffbedarfs im Chemiesektor zu decken, ohne die Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln zu gefährden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Biomasse hat das Potenzial, bis 2050 20 % des Kohlenstoffbedarfs im Chemiesektor zu decken, ohne die Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln zu gefährden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Chemie- und Folgeindustrien sind in hohem Maße von Kohlenstoff abhängig, wobei mehr als 90 % dieses eingebetteten Kohlenstoffs heute aus fossilen Ressourcen wie Erdöl, Erdgas und Kohle stammen, die wesentlich zum Klimawandel beitragen. Um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, muss der eingebettete Kohlenstoff in Chemikalien und Materialien defossilisiert und durch erneuerbare Alternativen aus biogenem Kohlenstoff, Kohlenstoff aus CO2 und Recycling ersetzt werden. In verschiedenen Studien wird der Anteil der Biomasse auf etwa 20 % geschätzt. Es herrscht jedoch Skepsis darüber, wie viel Biomasse neben dem Bedarf an Lebens- und Futtermitteln tatsächlich verfügbar ist.

Die Renewable Carbon Initiative und des Biobased Industries Consortium haben eine

Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der Kernfrage beschäftigt: Können Agrar- und Forstbiomasse zusammen nachhaltig genügend Biomasse liefern, um 2050 20 % des künftigen Kohlenstoffbedarfs der chemischen Industrie und der Grundstoffindustrie zu decken, gegenüber 5,5 % (EU27) und 10 % (weltweit) im Jahr 2023? Die Studie wurde vom Nova-Institut in Zusammenarbeit mit Euro Care Agricultural Policy Research (DE) und dem Thünen-Institut für Forstwirtschaft durchgeführt.

Um diese Frage auf objektive, wissenschaftliche Weise zu untersuchen, wurde in der Studie eine belastbare Datenbasis für die aktuelle Biomassenutzung erhoben und verschiedene Zukunftsszenarien entwickelt, um eine Reihe möglicher Entwicklungen zu modellieren. Diese Szenarien bestehen aus einem Business-as-usual (BAU), zwei grünen Low Resource Depletion (LRD) und drei grünen High Technology (HT) Szenarien. Zusammen mit EuroCare und Ti-WF wurden dann die Entwicklungen der Biomasseverfügbarkeit für diese Szenarien analysiert, sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Forstwirtschaft.

Das wichtigste Ergebnis der Studie: Ja, die Deckung von 20 % des gesamten globalen Kohlenstoffbedarfs des Sektors Chemikalien und Folgeprodukte im Jahr 2050 aus Biomasse ist nachhaltig machbar. Unter dem moderaten HT-Szenario, das die wahrscheinlichste Entwicklung darstellt, kann der Anteil von 20 % erreicht werden, ohne die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln und Biokraftstoffen zu gefährden. Deutlich mehr als 20 % des Kohlenstoffbedarfs aus Biomasse zu decken, wäre bei der derzeitigen Biokraftstoffpolitik und einem nur moderaten High-Tech-Szenario für die Landwirtschaft kaum möglich; stärkere Hightech-Szenarien könnten hier bis zu 40 % liefern.

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