Chemieanlagenbau Nach Weltmeistertitel: CAC plant industrielle Anlage für „grünes Benzin“

Von Sarah Junker 2 min Lesedauer

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Am vergangenen Wochenende gewann ein Motorrad mit synthetisch hergestelltem Benzin den Superbike-Weltmeistertitel. Das verwendete regenerative Benzin der Firma Nordoel basiert auf der patentierten Methafuel-Technologie von CAC Engineering. CAC plant nun, Deutschlands erste Benzinsyntheseanlage im Industriemaßstab zu bauen, um einen Beitrag zur klimaneutralen Mobilität zu leisten.

Aktuelle Anwendungen von eFuels: Toprak Razgatlıoğlu gewinnt die Superbike-Weltmeisterschaft mit synthetischem Benzin aus Sachsen.(Bild:  BMW Motorrad Motorsport / Alexphoto 2024)
Aktuelle Anwendungen von eFuels: Toprak Razgatlıoğlu gewinnt die Superbike-Weltmeisterschaft mit synthetischem Benzin aus Sachsen.
(Bild: BMW Motorrad Motorsport / Alexphoto 2024)

Der Ingenieurdienstleister für Anlagenbau CAC Engineering aus Chemnitz hat gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg eine patentierte, synthetische Kraftstofftechnologie entwickelt, die herkömmliches, fossiles Benzin ersetzt und nahezu CO2-neutral ist. Dieses „grüne Benzin“ basiert auf dem flüssigen Energieträger Methanol, das u. a. aus Kohlendioxid und „grünem“ Wasserstoff hergestellt werden kann. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern soll das synthetische Super-Benzin-Äquivalent zum Rennbenzin perfektioniert werden und einen Beitrag zur klimaneutralen Mobilität leisten.

Der regenerative Kraftstoff RacE-Fuel WSBK R40-A wurde exklusiv für das Motorrad aufbereitet, das für die Weltmeisterschaft gefahren ist. Eingesetzt wurde dieser mit einem Minimum von 40 % an „nicht fossilem“ Anteil – eine Vorschrift des Internationalen Motorradverbandes für 2024. Damit ist dieses Rennbenzin der erste regenerative Kraftstoff auf Methanol-Basis.

„Das regenerative Benzin RacE-Fuel WSBK R40-A ist allen Erwartungen mehr als gerecht geworden und zeigte dabei keinerlei Performance-Nachteile gegenüber herkömmlichen, fossilen Kraftstoffen“, sagte Jörg Engelmann, Geschäftsführer von CAC Engineering. „Wir feiern damit einen weiteren Erfolg in einer Reihe von Renneinsätzen, bei denen das synthetische Benzin bereits bewiesen hat, dass es sowohl Leistung als auch Nachhaltigkeit vereinen kann.“ In den letzten Jahren wurde das Rennbenzin auch von Toyota Gazoo Racing beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring oder von Carrie Schreiner beim Porsche Sports Cup Deutschland am Hockenheimring verwendet.

CAC plant Deutschlands erste Benzinsyntheseanlage im industriellen Maßstab

Durch diesen Meilenstein kann über den Motorsport auch das Transportwesen der Zukunft aktiv mitgestaltet werden. Der Chemnitzer Ingenieurdienstleister arbeitet aktuell an der Realisierung Deutschlands erster Benzinsyntheseanlage im industriellen Maßstab. Bei 50.000 Tonnen des synthetischen Benzins beträgt die CO2-Reduzierung ca. 150.000 Tonnen pro Jahr gegenüber fossilem Benzin. Der nahezu klimaneutrale Kraftstoff kann sofort für die ca. 7,5 Millionen benzinbetriebenen Neuzulassungen pro Jahr als auch für die 256 Millionen Bestandsfahrzeuge in Europa eingesetzt werden. Die Technologie, ein geeigneter Standort mit gut ausgebautem Logistiknetz und Abnehmer sind bereits vorhanden.

Drei Weltmarktführer mit dieser Benzintechnologie

CAC hat bereits 2009 Europas erste und größte Versuchsanlage geplant und gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg errichtet. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte, die vom Bund und dem Freistaat Sachsen gefördert wurden, konnte bis 2023 die Entwicklung weiter vorangetrieben, die Technologie patentiert und für die Großproduktion vorbereitet werden. Das nun laufende Decartrans-Verbundvorhaben wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr zur Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft gefördert und ermöglicht einen Dauereinsatz der Benzinsynthese. Dadurch kann Kraftstoff für Demonstrationszwecke, wie etwa für die Superbike-Weltmeisterschaft, in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden.

Der Einsatz im Motorsport trägt vor allem dazu bei, diese innovative Technologie von der Rennstrecke auf die Straße zu bringen. Auch in zahlreichen Flottentests namhafter Automobilhersteller wurde das klimafreundliche Super-Benzin-Äquivalent bereits getestet und als kompatibel für alle Benzinmotoren freigegeben. Das „grüne Benzin“ kann den konventionellen fossilen Kraftstoff direkt ersetzen oder ihm beigemischt werden – ohne technische Anpassungen am Fahrzeug. In einer industriellen Anlage könnten heute schon Herstellungskosten von unter einem Euro pro Liter erreicht werden.

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