Hochwasser-Prävention Monitoring-System zur Steuerung und Überwachung des Abwasserbereichs

Autor / Redakteur: Timo Rebstock / Dr. Jörg Kempf

Als fortschrittlicher Energie- und Umweltdienstleister suchte Badenova nach einer flexiblen und zukunftssicheren Lösung zur Hochwasser-Prävention. Fündig wurde man in Blomberg. Komponenten und Systeme von Phoenix Contact sorgen nun für ein zuverlässiges Management.

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In der Messstation werden Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Temperatur und Sonneneinstrahlung aufgenommen und an die Leitwarte weitergeleitet.
In der Messstation werden Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Temperatur und Sonneneinstrahlung aufgenommen und an die Leitwarte weitergeleitet.
(Bild: Phoenix Contact)

In Zeiten sich häufender Naturkatastrophen kommt dem Hochwasserschutz und dem damit einhergehenden Abwasser-Management eine steigende Bedeutung zu. Deshalb entwickelt Badenova derzeit im Auftrag der Stadt Freiburg ein zukunftweisendes Monitoring-System für den Abwasserbereich und lässt es durch Integratoren installieren. In diesem Zusammenhang werden vielfältige Überwachungs- und Protokollierungs-Möglichkeiten implementiert, die für unterschiedliche Aufgaben nutzbar sind. Wesentlicher Bestandteil der Lösung ist das zentrale Leitsystem, das im ersten Schritt die Daten von rund 30 bis 40 Messstellen erfasst und normgerecht aufzeichnet.

Die Messstellen leiten beispielsweise den Wasserstand des Regenüberlaufs sowie der Rückhaltebecken weiter. Außerdem kontrollieren sie die Inhaltstoffe des Abwassers, um bei Unfällen mit Gefahrstoff-Transportern im Bereich der Autobahn oder unzulässiger Einleitung durch Gewerbetreibende oder Tankstellen sofort die zuständigen Techniker alarmieren zu können, sodass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Ferner nehmen die Messstellen die Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge sowie zahlreiche weitere Werte auf und übertragen die Daten an das zentrale Leitsystem. Auf diese Weise ist der Betreiber jederzeit über den aktuellen Zustand und das Volumen des Abwassers informiert. Die Informationen helfen bei der Steuerung und Verteilung des Abwasserflusses. Durch Gefahrstoffe belastetes Abwasser kann also zeitnah in die dafür vorgesehenen Bereiche abgeleitet werden. Hochwasser wird auf Becken mit freien Kapazitäten oder entsprechende Kläranlagen gestreut bzw. in die benachbarten Flüsse transportiert, sofern das Fassungsvermögen der Regenüberlaufbecken ausgeschöpft ist.

Durch die umfangreiche Erfassung der verschiedenen Messwerte lassen sich gefahrbringende Situationen frühzeitig erkennen und passende Gegenmaßnahmen initiieren. Zu diesem Zweck setzen die Badenova-Mitarbeiter z.B. Niederschlagsmenge, Versickerung und Füllstände aller Gewerke in Relation zueinander und interpretieren das Ergebnis. Anhand der Wasseranalyse erfolgt der Vorgang umweltgerecht und wird durch die jeweiligen Protokolle belegt. Das neue System bietet zudem den Vorteil, dass die gewonnenen Erkenntnisse sowie die historischen Daten in die Planung neuer Anlagen einbezogen werden können, damit sich diese wirtschaftlicher gestalten und anlegen lassen.

Offene Standards, aktuelle und zukunftssichere Technik sowie flexible Erweiterungsmöglichkeiten sind nur einige Anforderungen, denen das neue Leitsystem gerecht werden muss. Sie gelten gleichermaßen für die Messstellen wie für die Leittechnik. Daher werden sämtliche Daten mittels Web-Technologie visualisiert, weshalb sie rund um die Uhr an jedem Ort der Welt zur Verfügung stehen. Dies hat den Vorteil, dass der zuständige Mitarbeiter nicht mehr permanent in der Leitwarte anwesend sein muss. Er kann vielmehr die zahlreichen anderen Aufgaben erledigen, die seine Tätigkeit auch außerhalb der Leitwarte mit sich bringen. Um im Störungsfall schnell auf das Leitsystem zugreifen, den Abwasser-Bereich intelligent überwachen, dynamische Bereitschaftssysteme aufbauen sowie die aufgenommenen Werte über einen langen Zeitraum protokollieren und umfassend auswerten zu können, bedarf es einer flexiblen Architektur. Deshalb basiert das Leitsystem auf der bereits erwähnten Web- sowie weiteren innovativen Technologien. Das Frontend lässt sich somit ohne die Installation von Plug-ins auf jedem beliebigen Browser anzeigen. Die Grafik ist vektororientiert konzipiert, also selbst dann noch gut ablesbar, wenn sie auf einem kleinen Smartphone aufgerufen wird.

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