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Aus diesem Umfeld stammt auch die 50-Prozent-Idee: Die Zeit vom Konzept zum fertigen Produkt um die Hälfte verkürzen, ein Prozess, der üblicherweise Jahre bis Jahrzehnte dauert – viel zu lang für schnelllebige Spezialprodukte. Die konsequente Nutzung von Miniplants im Technikumsmaßstab soll helfen, die Entwicklung deutlich zu beschleunigen. Zwar ist der Chemiestandort als Containerburg noch Zukunftsmusik, aber Projekte wie die F3-Factory (siehe Kasten) oder Evoniks „Evotainer“ geben die Richtung vor.
Größe entscheidet: Punkten mit Skaleneffekten
Eins zu Null für die modulare Anlage? Nicht ganz: Geht es um Massenprodukte, punkten Megaplants durch schiere Größe. Diese „Economies-of-scale“ bezeichnet die Skaleneffekte, mit denen Großanlagen die Investitionskosten für eine gegebene Produktmenge reduzieren helfen.
Doch für die Umsetzung derartiger Riesenprojekte sind auch geeignete Engineering-Konzepte nötig: Zwar stellt der Planungsprozess nur ca. 15 bis 20 % der Gesamtkosten eines Projektes dar, doch bei den Milliardenbeträgen im Großanlagenbau sehen Fachleute hier erhebliche Potenziale. Wurden bisherige Engineering-Tools für einzelne Projektphasen maßgeschneidert, sollen in Zukunft der nahtlose Datenaustausch und die Integration über das Gesamtprojekt helfen, Systembrüche zu vermeiden.
Zusammenarbeit über Gewerkegrenzen hinaus
Wer über einzelne Verfahrensschritte und Gewerke hinausdenkt, kann erhebliche Potenziale heben: Eine Studie des Fraunhofer IAO und des IT-Branchenverbands Bitkom sagt ein Wertschöpfungsplus von mehr als 30 % für die chemische Industrie voraus – allein durch die erfolgreiche Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion und Logistik.
Darum boomen die Megaplants:
- Economies of Scale: Skaleneffekte bei der Produktion von Commodities, lokale Rohstoffe und der Trend zu Downstream-Integration befeuern den Megaprojekt-Boom.
- Wachstum in Aussicht: Bis 2018 sollen sich die Investitionen in Chemieanlagen auf 487 Milliarden Euro verdoppeln.
So arbeiten Komponentenhersteller und Industriedienstleister längst daran, Konzepte wie Industrie 4.0 auch in der Instandhaltung auszurollen. Betriebsdaten oder Informationen über Typ, Alter und Zustand von Apparaten und Komponenten stehen so jederzeit und an jedem Ort in der Anlage zur Verfügung.
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