Dünger aus Klärschlamm Neue Recyclinganlage nutzt BAM-Verfahren für Phosphorrückgewinnung

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) 2 min Lesedauer

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Im bayerischen Altenstadt wurde die modernste Phosphorrückgewinnungsanlage Deutschlands eröffnet. Mit einem von der BAM entwickelten Verfahren verwandelt sie Klärschlamm in hochwertigen Dünger.

Bei der Eröffnung der Anlage in Altenstadt mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Markus Blume(Bild:  Dora Kolar-Bosnjak/ BAM)
Bei der Eröffnung der Anlage in Altenstadt mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Markus Blume
(Bild: Dora Kolar-Bosnjak/ BAM)

In Anwesenheit des bayerischen Wissenschaftsministers wurde in Altenstadt (Oberbayern) die deutschlandweit modernste Anlage zur Phosphorrückgewinnung eröffnet, die Klärschlamm in hochwertigen Dünger umwandelt. Entwickelt wurde das zugrundeliegende Verfahren von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Die Anlage von Emter verarbeitet jährlich bis zu fünfzigtausend Tonnen getrockneten Klärschlamm und wandelt diesen in 15.000 Tonnen hochwirksamen Phosphatdünger um. Das Phosphatrecycling mit dem Produkt R-Rhenania Phosphat erfüllt bereits heute die Anforderungen der Klärschlammverordnung, die ab 2029 in ganz Deutschland eine verpflichtende Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm vorsieht.

Das Herzstück der Anlage ist das neue R-Rhenania-Verfahren, welches auf dem sogenannten Ashdec-Verfahren der BAM basiert. Dabei wird dem Klärschlamm Natriumkarbonat zugesetzt, bevor er thermochemisch behandelt wird. Während des Prozesses wandelt sich der schwer lösliche Phosphor in eine pflanzenverfügbare Form um. Gleichzeitig werden flüchtige Schwermetalle wie Cadmium, Blei und Quecksilber entfernt und separat in der Abluftreinigung aufgefangen.

Entwickelt wurde damit ein deutschlandweit einzigartiges Recyclingverfahren für Phosphor, das in der Anlage der Firma Emter in Altenstadt erstmals großtechnisch umgesetzt wird.

Der produzierte Dünger soll vollständig regional in Bayern verwertet werden. Damit entsteht ein geschlossener Stoffkreislauf – vom Abwasser über die Klärschlammverwertung bis zur landwirtschaftlichen Nutzung.

Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) ist die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm ab dem Jahr 2029 gesetzlich verpflichtend und die meisten Klärschlämme dürfen dann nicht mehr auf Feldern ausgebracht werden. So soll die Belastung der Böden durch Schadstoffe vermieden und die gezielte Rückgewinnung wertvoller Ressourcen wie Phosphor ermöglicht werden. Kläranlagen mit phosphorreichen Schlämmen müssen dann sicherstellen, dass Phosphor entweder direkt aus dem Schlamm oder aus der Verbrennungsasche zurückgewonnen wird. Ziel ist es, die Abhängigkeit von importiertem Rohphosphat zu verringern und die Ressource in einem geschlossenen Kreislauf zu nutzen. Die neue Anlage in Altenstadt ist eine Antwort auf diese Herausforderung.

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