Europäische Batterieproduktion Maschinen- und Anlagenbauer fordert stärkere politische Unterstützung für europäische Batteriefertigung

Quelle: Pressemitteilung Eirich 3 min Lesedauer

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Die europäische Batterieindustrie steht vor erheblichen Herausforderungen: Sinkende Zellpreise durch asiatische Überkapazitäten, Insolvenzen von Herstellern und verschärfte Exportkontrollen aus China gefährden die Stabilität der gesamten Wertschöpfungskette. Europa droht, seine technologische Souveränität in diesem Schlüsselbereich zu verlieren. Um dem entgegenzuwirken, fordert der Geschäftsführer der Maschinenfabrik Gustav Eirich ein entschlossenes Handeln, das den Maschinen- und Anlagenbau sowie die gesamte Produktionskette stärkt.

Stephan Eirich, Geschäftsführer Eirich: „Europa muss jetzt handeln – nicht nur bei der Zellfertigung, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette“.(Bild:  Eirich)
Stephan Eirich, Geschäftsführer Eirich: „Europa muss jetzt handeln – nicht nur bei der Zellfertigung, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette“.
(Bild: Eirich)

Es herrschen wirtschaftlich herausfordernde Zeiten, geprägt von volatilen Märkten, geopolitischen Unsicherheiten und zunehmend vielen kurzfristigen Änderungen der ohnehin komplexen Rahmenbedingungen im internationalen Handel. Daher sind genau jetzt strategisches und entschlossenes Handeln sowie klare Entscheidungen von Politik und Wirtschaft maßgeblich – denn im globalen Wettlauf um Zukunftstechnologien wie die Batteriefertigung zählt Europas Zusammenhalt, insbesondere im Wettbewerb mit China.

Die Schlagzeilen der letzten Wochen unterstreichen laut Stephan Eirich, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Gustav Eirich, die Dringlichkeit: Fallende Zellpreise durch asiatische Überkapazitäten, die Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt und der überraschende Produktionsstopp bei Cellforce durch Porsche zeigen, wie fragil die europäische Batterieindustrie derzeit aufgestellt ist. Besonders prekär sind die Auswirkungen der verschärften Exportkontrollen auf Hochleistungsbatterien und auch der dafür eingesetzten Produktionsmaschinen und -anlagen seitens China. Die neuen Kontrollen drohen die globale Lieferkette massiv zu stören und setzen europäische Betriebe zusätzlich unter Druck.

Diese Entwicklungen sind Warnsignale – und sie verdeutlichen, dass Europa Gefahr läuft, eine weitere Schlüsseltechnologie aus der Hand zu geben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Politik, Gesellschaft und Medien müssen jetzt die strategische Bedeutung der Batteriefertigung für Europa, vor allem im Kontext der Zukunft der Automobilindustrie, der Energiewende und der geopolitischen Resilienz, anerkennen und entschlossen fördern, um das volle wirtschaftliche Potenzial ausschöpfen zu können. Angesichts dieser Entwicklungen und wachsender technologischer Abhängigkeiten warnt Stephan Eirich eindringlich davor, diese Chance zu verspielen.

Ein Blick auf die Produktionskapazitäten für Batteriezellen in Europa zeigt ein alarmierendes Bild: Von den rund 94 Gigawattstunden, die 2024 bereitstehen, werden ganze 97 Prozent von Unternehmen außerhalb Europas kontrolliert – etwa von chinesischen, südkoreanischen oder US-amerikanischen. Europa ist damit massiv abhängig von ausländischen Herstellern und läuft Gefahr, seine technologische Souveränität in einem zentralen Zukunftsfeld zu verlieren (Quelle VDMA 2025).

„Es ist fatal, noch eine bedeutende industrielle Kompetenz an andere Länder abzugeben“, betont Stephan Eirich, Geschäftsführer Eirich. „Europa muss jetzt handeln – nicht nur bei der Zellfertigung, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu gehört auch der Maschinen- und Anlagenbau als unverzichtbarer Teil der Batterieproduktion.“

Eirich unterstützt ausdrücklich die Position des VDMA, der auf die Risiken einer unzureichenden politischen Unterstützung hinweist. Ohne gezielte Investitionen und industriepolitische Maßnahmen droht Europa den Anschluss zu verlieren – mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft, Arbeitsplätze und technologische Souveränität. Um im globalen Wettbewerb weiter mithalten zu können, braucht es die Einbindung heimischer Zulieferer für eine resiliente Batteriefertigung innerhalb Europas.

Als Anbieter von Mischtechnik und Prozesslösungen liefert das Unternehmen essenzielle Komponenten für die Herstellung von Batteriematerialien – insbesondere für die Kathoden- und Anodenproduktion. Mit hochpräzisen Mischsystemen unterstützt Eirich europäische Zellhersteller und Materialproduzenten dabei, Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion zu steigern. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das hauseigene Technikum, in dem Kunden Großversuche und Materialqualifizierungen durchführen können. Bereits vor einigen Jahren wurde hier eine moderne Anlage für die Batterieproduktion aufgestellt, die auch als „Giga-Odenwald“ bezeichnet wurde.

Ein einzelner Mischer reicht für eine 2-GWh-Produktion; in einer größeren Gigafactory wären mehrere davon im Einsatz – ein klares Zeichen für die industrielle Skalierbarkeit der Eirich-Technologie. Mit der Neuauflage „Giga-Odenwald 2.0“ investiert Eirich einen Millionenbetrag in den erweiterten Ausbau des Projekts. Damit leistet das mittelständische Unternehmen – anders als die Politik – einen direkten Beitrag zur Stärkung der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette und geht mit eigener Entwicklung und mehreren selbst finanzierten Pilotlinien voran.

Eirich ruft die Bundesregierung und die Europäische Kommission dazu auf, klare industriepolitische Signale zu setzen: Förderprogramme, Standortinitiativen und strategische Allianzen müssen den Maschinen- und Anlagenbau als Rückgrat der Batteriefertigung mitdenken. Nur so könne Europa eine nachhaltige, resiliente und wettbewerbsfähige Batterieindustrie aufbauen.

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