Inspektionsmaschinen für die Pharmaindustrie Marktentwicklung für Inspektionsmaschinen in der Pharmaindustrie positiv
Seidenader, Hersteller von Inspektionsmaschinen für die Pharmaindustrie, rüstet sich derzeit für weiteres Wachstum. Im exklusiven PROCESS-Interview gibt Nik Seidenader, Geschäftsführer von Seidenader Maschinenbau, Einblicke in die Unternehmensstrategie und die aktuelle Marktentwicklung.
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PROCESS: Herr Seidenader, Sie verdoppeln derzeit Ihre Kapazitäten in Markt Schwaben. Mit welchem Marktpotenzial rechnen Sie im Bereich Inspektionssysteme und planen Sie aktuell weitere Investitionen?
Seidenader: Wir rechnen weiter mit starkem Wachstum im Bereich Line Management Systeme, Leitstände und Kontrollstationen für Verpackungslinien in der Pharmaindustrie. Hier setzt sich ein Trend fort, der in anderen Branchen wie Automobilbau und Lebensmittelindustrie schon weit fortgeschritten ist. Weitere Investitionen sehen wir im Ausbau unseres Service- und Supportnetzes, die Investitionen in USA, Belgien und Indien sind hier nur der Anfang. Wir glauben, dass die lokale technische Unterstützung entscheidend für den Erfolg ist. Ebenso planen wir eine verstärkte Unterstützung der Maschinenbauer, die unsere Systeme nutzen. Auch hier wird an einer lokalen Präsenz gearbeitet.
PROCESS: Welche aktuellen Entwicklungen in der pharmazeutischen Industrie sind für Sie als Maschinenhersteller von Interesse, wo liegen die Wachstumstreiber aus Ihrer Sicht?
Seidenader: Die Konzentration der Pharmabranche führt zwangsläufig zur Automatisierung der Fertigungsprozesse. Hier sehen wir uns als Partner im Bereich Qualitätskontrolle. Zugleich gibt es zunehmend wertvolle Produkte – hier lohnt es sich, nicht erst am Ende der Wertschöpfungskette eine Endkontrolle durchzuführen, sondern konsequent nach jedem Produktionsschritt die Produkte zu prüfen, und damit auch den Prozess zu kontrollieren.
PROCESS: Die Pharmaproduktion zieht es nach Asien, Seidenader zieht mit und hat vergangenen November ein Support-Center in Indien errichtet. Welche besonderen Marktbedingungen sind aus Ihrer Sicht in der Asien-Pazifik-Region zu beachten?
Seidenader: Die Asien-Pazifik Region lässt sich nicht in einem Satz abhandeln, dazu sind die regionalen Bedingungen zu unterschiedlich. Wir sind seit langem in den Märkten SO-Asiens erfolgreich. Japan dagegen hat eigene Gesetze und ist ein sehr schwieriger Markt für ausländische Produkte, die von einheimischer Konkurrenz ausreichend gut produziert werden. Indien war von uns über die Jahre eher vernachlässigt worden – seit zwei Jahren haben wir unser Engagement intensiviert und sehen die ersten Erfolge. In China sind wir seit längerem präsent, jedoch besteht für die Automatisierung der Qualitätskontrolle im Verpackungsprozess der Pharmaindustrie noch Aufholbedarf. Hier müssen wir uns zum einen stärker engagieren, und zum anderen muss sich der Markt auch noch weiter von einem Binnenmarkt zu einem Exportmarkt entwickeln, der nach internationalen Regeln produzieren muss.
PROCESS: Im Rahmen der Umfirmierung Ihrer Tochtergesellschaften sprechen Sie auch von Strukturänderungen und Synergieeffekten. Wie sehen diese aus und welche konkreten Vorteile entstehen für Ihre Kunden?
Seidenader: Die Umfirmierung hatte eine Reihe von Gründen. Vor allem soll für unsere Kunden ersichtlich werden, dass sie bei der Entwicklung von Automatisierungslösungen und Kontrollstationen in der Verpackungslinie nicht mit einem Ingenieur Büro zusammen arbeiten, sondern mit einer Firmengruppe von über 300 Mitarbeitern, die zu den Disziplinen Software und Bildverarbeitung auch noch Erfahrung im Produkttransport und, wo nötig, auch Maschinenbau beitragen kann.
PROCESS: Herr Seidenader, vielen Dank für das Gespräch.
Umfirmierungen der Unternehmensgruppe im Überblick
- Die Firmennamen Seidenader Maschinenbau GmbH und Seidenader Equipment, Inc. bleiben erhalten, jedoch bieten diese Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen nun unter dem Oberbegriff Inspection Machines an.
- SVResearch Gesellschaft für Bildverarbeitung mbH hat umfirmiert zu Seidenader Vision GmbH. Der Fokus der Seidenader Vision GmbH bleibt auf Inspektionslösungen, Bildverarbeitungsprozessoren und maßgeschneiderten Inspektionsapplikationen. In diesem Sinne werden auch die Auslandsgesellschaften umbenannt: SVResearch in Harrisburg wird zu Seidenader Vision Inc. und SVResearch in Belgien ist eine Betriebsstätte der Seidenader Vision GmbH.
- SAC Software + Automation Center GmbH wird zu Seidenader Automation GmbH. Der Fokus der Aktivitäten liegt weiterhin auf Softwarelösungen, Leitstandsystemen, PLC Programmierung und Visualisierungssoftware.
- Die erst 2007 gegründete S-Tec Präzisionsteile und Feinmechanik GmbH ändert den Namen in Seidenader Präzisionstechnik GmbH. Das Aufgabenfeld Fertigung von hochpräzisen mechanischen Teilen und Baugruppenmontage bleibt unverändert.
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