Joint-Implementation Lanxess setzt erstes industrielles Joint-Implementation-Projekt Deutschlands um
Mit einer neuen Lachgas-Reduktions-Anlage sowie Effizienzsteigerung seiner Anlagen will der Spezialchemie-Konzern Lanxess die Emission klimaschädlicher Treibhausgase bis 2012 drastisch senken. Das Bauvorhaben ist das größte bisher genehmigte Joint-Implementation-Projekt in Deutschland.
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Düsseldorf/Leverkusen – Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will seine Emission klimaschädlicher Treibhausgase um 80 Prozent senken. Gemessen in so genannten CO2-Äquivalenten entspricht dies einer Senkung der rund 1,9 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf etwa 0,35 Millionen Tonnen im Jahr 2012. Um dieses Ziel zu erreichen, will Lanxess das erste industrielle Joint-Implementation-Projekt Deutschlands, eine neue Umsetzungsform für Klimaschutzvorhaben, realisieren. Dieses wurde kürzlich von der Deutschen Emissionshandelsstelle des Umweltbundesamtes in Berlin genehmigt.
Über 1,5 Millionen Tonnen weniger Ausstoß in Deutschland
Kern des Projekts ist der Bau einer zweiten Anlage zur Reduktion von klimaschädlichem Lachgas am Lanxess-Standort Krefeld-Uerdingen. Lachgas entsteht bei der Herstellung von Adipinsäure, einem Kunststoff-Vorprodukt. Das bei diesem Prozess erzeugte Gas schädigt das Klima über 300-mal stärker als CO2. Die Adipinsäureproduktion in Krefeld-Uerdingen ist die einzige von Lanxess weltweit und daher mit Blick auf die Reduktion von Lachgas entscheidend. Die neue Anlage soll bereits Anfang 2009 in Betrieb gehen. Laut Unternehmensaussage neutralisiert sie die Lachgas-Emission von Lanxess vollständig und spart dadurch bis 2012 über 1,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr gegenüber 2007 ein. Zudem will der Konzern seinen Jahres-CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2012 um weitere 10 000 Tonnen senken.
Joint-Implementation-Projekt
Bei der Finanzierung der Anlage geht Lanxess neue Wege: Ein Joint-Implementation-Projekt ist ein im Kyoto-Protokoll vorgesehenes Instrument des Emissionshandels zwischen Industrieländern. Mit einem Investitionsvolumen von bis zu zehn Millionen Euro ist das Vorhaben das bislang größte genehmigte Joint-Implementation-Projekt in Deutschland.
Thermischer Prozess spaltet Lachgas auf
Die neue Anlage wird die bereits bestehende Reduktions-Anlage in Krefeld-Uerdingen ergänzen. Beide Anlagen funktionieren nach demselben Prinzip: In einem thermischen Prozess wird das Lachgas aus dem Abgasstrom der Adipinsäureproduktion bei hohen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius in seine klimaneutralen Bestandteile Sauerstoff und Stickstoff aufgespalten. Die dabei erzeugte Wärme liefert Dampf, der zur weiteren Nutzung in das Versorgungsnetz des CHEMPARKS Krefeld-Uerdingen eingespeist wird.
Lachgas ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff. Es wurde früher traditionell in der Medizin als Narkosemittel eingesetzt und ist heute beispielsweise als Treibgas für Lebensmittel zugelassen.
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