Rohstoffversorgung
Kritische Rohstoffe: Europa weiterhin im Hintertreffen

Ein Gastbeitrag von Aylin Somersan Coqui, CEO Allianz Trade Group 4 min Lesedauer

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Ohne Rohstoffe keine Energiewende. Kobalt, Lithium, Nickel und andere Metalle sind für die Umstellung der Energieerzeugung und -nutzung von entscheidender Bedeutung. Sie werden für alles benötigt, von Elektrofahrzeugen bis zu Windturbinen. Und der Wettlauf um diese kritischen Rohstoffe hat bereits begonnen.

Die Gastautorin Aylin Somersan Coqui ist CEO der Allianz Trade Group.(Bild:  Allianz Trade)
Die Gastautorin Aylin Somersan Coqui ist CEO der Allianz Trade Group.
(Bild: Allianz Trade)

Im „Net Zero“-Szenario 2050, das mit dem Pariser Abkommen in Einklang steht, steigt die Nachfrage nach Rohstoffen von sauberen Energietechnologien im nächsten Jahrzehnt erheblich an. Bei Nickel und Kobalt dürfte die Nachfrage aus sauberer Energie rund 60 % der Gesamtnachfrage ausmachen, bei Lithium sogar etwa 90 %. Bis 2040 steigt die weltweite Gesamtnachfrage nach diesen Mineralien, inklusive der Nutzung für saubere Technologien, voraussichtlich um 60 % für Kupfer, für Nickel und Kobalt zwischen 100 % und 200 % und für Lithium um sage und schreibe 900 %.

Der Wettlauf um kritische Rohstoffe hat längst begonnen, und die Nachfrage nach diesen Metallen und Mineralien ist bereits sprunghaft angestiegen, da Unternehmen und Regierungen sie benötigen, um ihre ehrgeizigen Netto-Null-Ziele zu erreichen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur hat sich der Markt in den letzten fünf Jahren verdoppelt und 2022 ein Volumen von 320 Milliarden Dollar erreicht. In der Zukunft dürfte er sich nochmals verdoppeln oder vervierfachen. Auch die Investitionen in diesem Sektor sind sprunghaft angestiegen, und zwar um 30 % im Jahr 2022 nach einem Anstieg um 20 % im Jahr 2021.