Filtrationszentrifugen

Kriterien bei der Auswahl von Filtrationsapparaten

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Die Energie im Blick

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist heutzutage natürlich auch die Energiebetrachtung. Während bei der Schubzentrifuge lediglich eine stündliche elektrische Leistung von etwa 40 kW erbracht werden muss, was ungefähr 3 kW pro Tonne Produkt entspricht, so beläuft sich dieser Wert bei den Schälzentrifugen auf etwa 9 kW/t. Diesen Wert darf man natürlich nicht alleine betrachten, sondern muss auch den höheren Energiebedarf im Trockner durch die höhere Restfeuchtebeladung bei der Schubzentrifuge und den diskontinuierlichen Eintrag bei den Schälzentrifugen berücksichtigen.

Eine gewichtige Rolle spielt auch der Invest der Maschinen. Bedenkt man den Trommeldurchmesser der Schälzentrifugen von zwei mal 1800 mm gegenüber den 800 mm der einzelnen Schubzentrifuge, so ist nachvollziehbar, dass der Faktor selbst bei Berücksichtigung des notwendigen Hydrozyklons zur Voreindickung der Schubzentrifugenfüllung bei etwa 4 bis 5 zu Gunsten der Schubzentrifuge liegt. Auch der Unterschied in der dis- bzw. kontinuierlichen Befüllung der Zentrifuge führt zu Veränderungen in der Anlagenperipherie, was bei dem Vergleich des Invests zu berücksichtigen ist.

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Schließlich ist neben dem Invest ist auch der Return on Invest für eine Gesamtbetrachtung der Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Unmittelbarer Faktor dabei ist die Verfügbarkeit der Anlage, und damit auch die Verfügbarkeit der Zentrifugen.

Bei den beiden Schälzentrifugen besteht bei Wartungsbedarf einer Maschine immerhin noch eine 50-prozentige Anlagenleistung. Bei vorübergehender Reduktion der Trockenschleuderzeit kann auch – eine ausreichende Reserve des Fließbetttrockners ist dabei alledings vorausgesetzt – eine Durchsatzerhöhung der verbleibenden Zentrifuge auf Kosten der Restfeuchte in Kauf genommen werden.

Die Krauss-Maffei Schubzentrifuge dagegen ist mit einer komplett austauschbaren Cartridge ausgestattet, welche alle rotierenden Teile beinhaltet. So kann bei geübtem Personal binnen vier Stunden eine Wiederaufnahme der Produktion nach notwendigen Wartungsarbeiten (z.B. Lagertausch) möglich sein. Dadurch ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit gewährleistet, obwohl an dieser Schlüsselstelle lediglich eine Maschine platziert wird.

Fazit

Oft wird die Entscheidung, ob Schälzentrifuge oder Schubzentrifuge durch die Rahmenbedingungen des jeweiligen Produkts vorgegeben. Fallen diese Rahmenbedingungen jedoch in das Fenster, das beide Maschinentypen zulässt, spielen die oben genannten Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung. Um diese Faktoren richtig zu bewerten, sollte als Lieferant nicht nur ein qualitativ hochwertiger Maschinenbauer zu Rate gezogen werden, sondern vor allem auch ein erfahrener Verfahrenstechniker.

* Der Autor arbeitet im Vertrieb und Produktmanagement "Kontinuierliche Zentrifugen" bei der KMPT AG, Vierkirchen.

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