Korrosion unter der Isolierung

Korrosionsschutz unter Isolierungen

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Wiedererschließung

Heute stehen neue, kostensenkende Verfahren zur Erdölgewinnung zur Verfügung, und es herrscht ein komplett anderes Ölpreisszenario. Dies hat einen der größten niederländischen Öl- und Gasproduzenten dazu veranlasst, das Feld wieder zu erschließen. Mithilfe moderner Verfahren sollen dort in den nächsten 25 Jahren mindestens 100 Millionen Barrel Erdöl gefördert werden. Obwohl das Feld erst vor 14 Jahren stillgelegt wurde, haben sich sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Faktoren stark verändert und weiterentwickelt. Die Wiedereröffnung des Ölfelds Schoonebeek war zwar aufgrund der dort noch vorhandenen Ressourcen stets ein attraktiver Gedanke, doch eine Förderung der gesamten theoretisch vorhandenen 750 Millionen Barrel Öl ist nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch heute nicht möglich. Zu den neuen Technologien im Bereich der Ölförderung gehört die Kombination aus horizontalen Bohrungen und innovativen Verfahren zur Ölgewinnung. Insbesondere zur Förderung von schweren Ölen, wie sie in Schoonebeek vorkommen, wurden geeignete Verfahren entwickelt. Eine typische Möglichkeit ist die Injektion von Dampf in das Bohrloch. Dabei werden die Flüssigkeiten in der Lagerstätte und das umliegende Gestein erwärmt. Dadurch verflüssigt sich das Öl und sinkt schwerkraftbedingt nach unten, von wo es über ein Förderbohrloch mit dem kondensierten Wasser nach oben gepumpt wird. Ähnliche Verfahren werden zur Gewinnung von Öl in den kanadischen Ölsanden eingesetzt.

Transport des Öls

Das gewonnene Rohöl wird nach der Behandlung in einer Aufbereitungsanlage vor Ort in die über 25 km entfernte Raffinerie nach Deutschland transportiert. In der Vergangenheit erfolgte der Transport des Öls per Bahn, heute wird das Öl per Pipeline transportiert. Die Raffinerie in Deutschland eignet sich besonders, weil hier ähnlich schweres Öl von den deutschen Ölfeldern verarbeitet wird. Die Öl-Exportleitung verläuft unterirdisch. Das bei der Aufbereitung vor Ort extrahierte Produktionswasser enthält zahlreiche Salze und kann nicht wieder verwendet oder ins Oberflächenwasser abgeleitet werden. Dieses Wasser wird in erschöpfte Gasfelder gepumpt. Man geht davon aus, dass das Öl über einen Zeitraum von 25 Jahren gewinnbringend gefördert werden kann. Danach werden alle unterirdischen und oberirdischen Anlagen entfernt.

Umweltschutz

Sämtliche Anlagen und das Rohrleitungssystem wurden umfassend nach Umweltgesichtspunkten geprüft, und bei der Planung der Bohrlöcher wurden die Belange der Umwelt, insbesondere des Wasserkreislaufs, berücksichtigt. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die externe Sicherheit. Das Rohrleitungssystem (für Dampf, Öl-Wasser-Gemisch und Gas) zwischen Förderstelle und Aufbereitungsanlage verläuft oberirdisch und muss den Sicherheitsvorschriften genügen. Zur Erhöhung der Sicherheit wurde eine unterirdische Exportpipeline geplant. Kommt es dort zu einem Leck, bleibt der Umfang der Kontamination aufgrund der hohen Viskosität des Öls beim Abkühlen begrenzt. Entsprechende Notfallpläne wurden erstellt.

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