Prozessmesstechnik

Konzentrations- und Viskositätsmessungen im Prozess

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Die Auswahl des geeigneten Sensors oder der geeigneten Kombination von Sensoren und die Entwicklung der Konzentrationsformel sind dabei von ähnlich großer Bedeutung wie die Neuentwicklung von Sensoren. Durch das breite Produktportfolio stehen dem Prozess-Applikationsteam umfangreiche Möglichkeiten an modernster Labormesstechnik zur Verfügung. Auch die enge Zusammenarbeit mit renommierten Partnerinstituten und Universitäten erlaubt einen permanenten Fortschritt, um die optimale physikalische Größe mit dem optimalen Messgerät für die jeweiligen Kundenprozessanwendung zu finden. Auch Vor-Ort-Messungen sind möglich, denn nicht alle Proben lassen sich aus dem Prozess in die Laborumgebung übertragen. Des Weiteren gibt es Proben, die den Betrieb aus Sicherheits- oder Vertraulichkeitsgründen nicht verlassen dürfen. Die Messungen können im Prozess oder auch im Labor des Kunden erfolgen. Anton Paar stellt die dafür notwendigen Messgeräte zur Verfügung.

Ziel ist es, gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung für die prozessmesstechnische Aufgabe zu entwickeln und umzusetzen. Ein Team geschulter Servicetechniker baut den Prozesssensor bzw. die Sensorkombination sachgerecht ein. Schlussendlich wird das Messsystem getestet und sichergestellt, dass die Spezifikationen erfüllt werden.

Von einfach bis komplex

Die Konzentrationsbestimmung von Lösungen mit zwei Komponenten ist am einfachsten zu realisieren. Die Resultate liegen meist schnell vor und können mit einem Sensor leicht umgesetzt werden. Komplexer wird die Messaufgabe dann, wenn im Messbereich Umkehrpunkte vorhanden sind. Das sind Bereiche, in denen die Konzentration mit der untersuchten physikalischen Größe nicht eindeutig bestimmt werden kann. Durch das umfangreiche Sortiment an Sensoren oder deren Kombinationen kann Anton Paar eine Alternativlösung für diese kritischen Bereiche erarbeiten.

Zur Konzentrationsbestimmung eines Dreikomponentensystems werden zwei physikalische Größen ermittelt, die von den Komponenten unterschiedlich beeinflusst werden. Als perfekte Lösung hat sich oft die Kombination aus einer Dichte- und Schallmessung herauskristallisiert. Aber auch Dichte und Leitfähigkeit oder Dichte und Refraktionsindex sind im Lösungsrepertoire enthalten. Auch konnte zum Beispiel durch eine zusätzliche Messung der Farbe die Bestimmung der Konzentration deutlich verbessert werden.

Newtonsches Fließverhalten eher die Ausnahme

Die Viskositätsmessung im Prozess – sowohl von Newtonschen und nicht Newtonschen Flüssigkeiten – zählt ebenfalls zu den Aufgaben des Applikationsteams. Die meisten niedermolekularen Substanzen wie organische und anorganische Flüssigkeiten oder Lösungen mit niedrigem Molekulargewicht weisen Newtonsches Fließverhalten auf und sind meist ohne weitere Applikationsentwicklung messbar.

Es hat sich allerdings gezeigt, dass viele für die Industrie wichtige Substanzen wie Emulsionen, Suspensionen und Kunststoffschmelzen nicht dem Newtonschen Fließverhalten entsprechen. Somit ist das Newtonsche Fließverhalten eher die Ausnahme als die Regel. Hier kommt das Know-how des Anton-Paar-Applikationsteams voll zum Tragen.

* Der Autor ist Leiter Produktmanagement Prozessmesstechnik bei Anton Paar in Graz/Österreich. Kontakt: Tel. +43 (0)3 16 / 2 57 - 33 41

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