Anbieter zum Thema
Die Funktionsweise des Andocksystems klingt vergleichsweise einfach, aber wie so häufig liegt auch hier die Tücke im Detail. Knackpunkte sind nämlich die passgenaue Zentrierung des Aktiv- mit dem Passivteil, die entscheidend für die staub- und kontaminationsfreie Rohstoffübergabe ist.
Aktiv und Passiv
Und so funktioniert Cleandock: Der auf einer Waage stehende Behälter (z.B. Batchtainer, Fass oder Container) wird unter der Dosierstelle positioniert. Im ersten Schritt heben die Greifer des Aktivteils die Koppelplatte des Passivteiles an und zentrieren diese. Der Kompensator, der am Passivteil befestigt ist, dient hierbei als flexibles Verbindungselement für die An- und Abdockbewegung sowie der Be- und Entlüftung. Diese Entkopplungseinrichtung am Passivteil verhindert Kraftnebenschlüsse auf die Waage.
Bevor nun der Dosiervorgang startet, wird die Waage tariert. Danach öffnet das Cleandock den Durchgang und der Rohstoff rieselt in den Behälter. Bei Erreichen des vorgegebenen Sollgewichtes stoppt der Produktstrom und der Verschlusskegel schließt die Dosierstelle, das Passivteil wird wieder auf dem Container abgelegt und schottet diesen staubdicht ab. Bei der Trennung der Kontaktflächen ist der Transportcontainer also wieder verschlossen, sodass keine Feststoffnebel aus dem Sammelgefäß austreten können.
Wenn der Greifer die Koppelplatte auf dem Passivteil wieder abgesetzt und den Container verschlossen hat, ist der mobile Behälter abgedockt und kann eine weitere Dosierstelle anfahren. Während des Andockvorgangs werden Passiv- und Aktivteil zentriert und angedockt. Anschließend werden beide Verschlussteile gemeinsam geöffnet.
Das Aktivteil gibt es in drei Ausführungen: Typ CD 300 E für die Andockung eines Dosierorgans, Typ CD 300 D für das Andocken zweier Dosierorgane sowie die Ausführung CD 300 ET für das Andocken eines drucklosen Behälter (z.B. Einfülltrichter) an einen mobilen Container. Dosier- und Wiegegenauigkeit erreichen die Entwickler übrigens durch die Drehzahlregelung des Antriebsmotors: Feinstrom bei reduzierter Drehzahl, Grobstrom bei hoher.
In der jetzt angeboten Ausführung erfolgt die Reinigung des Andocksystems in der Linie, das heißt die Produktion muss gestoppt werden, damit das Bedienpersonal die notwendigen Handgriffe durchführen kann: Schnellspanner am Gehäuse öffnen das Aktivteil und ein Federzug-Balancers hilft beim Aufklappen. Gehäuse, Aktivkegel und Produkteinlaufstutzen können nun problemlos gereinigt werden. Die elastische Verbindung, die sowohl als Waagenkompensator als auch als Be- und Entlüftungsfilter dient, wird über Schnappringe demontiert und montiert.
Die Reinigung des Passivteils erfolgt nach Öffnen eines Spannrings am Container. Der Kompensator am Passivteil lässt sich zur Reinigung leicht aus- und einbauen und kann, falls erforderlich, auch gewaschen werden.
Bei einer alternativen Ausführung besteht die Möglichkeit, die Andocksysteme zum Reinigen aus der Linie herauszufahren. So kann jeweils das Andocksystem von einer nicht am Rezept beteiligten Komponente „offline“ gereinigt werden, während die Produktion in der Linie ungestört weiter läuft.
Seinen Praxistest hat Cleandock in Shuttleanlagen bereits hinter sich, berichtet Marketingleiter Walter Sonntag. Besonders die Lebensmittelindustrie interessiere sich für die Lösung, denn die Nachfrage nach halal oder koscheren Lebensmitteln, die streng getrennt hergestellt werden müssen, steige derzeit.
* Die Autorin ist Redakteurin bei PROCESS.
* Die Autorin ist Redakteurin bei PROCESS.
(ID:24804680)