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Null Toleranz für Staub
Paradebeispiel für einen typischen Einsatzbereich ist u.a. die Bauchemie. Bei der Produktion der unterschiedlichen Farben, Lacke oder Putze kommen schnell mehrere hundert Rezepturvarianten zusammen, sodass innerhalb der Anlagen, die Feststoffmischungen flexibel von einer Rezeptur auf eine andere umgestellt werden müssen. Um Zeit zu sparen, werden die verschiedenen Rohstoffe innerhalb der Produktionsanlage gelagert und stehen dadurch der Produktion direkt zur Verfügung.
„Dazu ist es notwendig, dass die nicht an der aktuellen Rezeptur beteiligten Rohstoffe hermetisch vom aktuellen Sammelcontainer der aktiven Rezeptur ferngehalten werden“, beschreibt Pahl die Herausforderung. Diese Maßnahme soll unbeabsichtigte Kreuzkontaminationen durch Stäube oder Aerosole verhindern, welche Fehlchargen verursachen könnten.
„Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist die Vermeidung einer Chargenvermischung“, präzisiert der Entwicklungsleiter. Die klassische konstruktive Lösung sind getrennte Produktionswege für „verträgliche“ Produktgruppen, das sind bei der Farbproduktion ähnliche Helligkeitswerte, auf- oder absteigende Farbtönen bzw. chemische Eigenschaften der Rohstoffe. Für Lebensmittel gelten natürlich andere Kriterien, hier spielen Geschmacksrichtungen, Farbwerte oder aber die Trennung von koscher oder nicht-koscherer Zubereitung eine Rolle.
Geradezu prädestiniert für solche Aufgabenstellungen ist das vor drei Jahren entwickelte Shuttledos-System in das Azo das Cleandock bereits integriert hat. Das Containersystem kombiniert ein lineares Wiege-/Dosiersystem mit schienengebundenen Shuttles. Mit den Shuttles werden mobilen Container zur Abarbeitung der Rezeptur von Dosierstelle zu Dosierstelle gefahren.
Die Installation des neuen Andocksystems stelle sicher, dass produktberührte Anlagenteile auch beim Gebindewechsel nicht mit der Umgebung in Kontakt kommen, hebt Pahl hervor. „In jedem Schaltzustand bleiben die Dosier- und Andockstellen nach außen hin verschlossen und die jeweils nach außen zeigenden Randflächen sauber.“ Daher kommen die Außenseiten der Klappen niemals mit den Rohstoffen in Berührung, weder Aerosole noch Stäube entweichen.
Eine Definition von Zonen gemäß Atex ist konstruktionsbedingt nicht notwendig. Auch beim Thema Energieeffizienz kann das System punkten. „Industrieausrüster achten vermehrt auch auf den Carbon-Footprint ihrer Anlagen“, sagt Pahl und verweist darauf, dass schienengebundene Transportvorgänge per se bereits weniger Energie verbrauchen als pneumatische Fördersysteme zur Rezeptur-Zusammenstellung.
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