In Freiberg ist Deutschlands größte Pilotanlage für klimaneutrales Kerosin gestartet. Sie nutzt erneuerbares Methanol als Ausgangsstoff und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe.
In Freiberg produziert eine neue Pilotanlage erstmals synthetisches Jetfuel auf Methanolbasis – ein Meilenstein auf dem Weg zu nachhaltiger Luftfahrt.
(Bild: TU Bergakademie Freiberg)
Gemeinsam mit weiteren Partnern haben CAC Engineering und die TU Bergakademie Freiberg einen weiteren wichtigen Schritt bei der Entwicklung von synthetischem Kerosin gemacht. Im April 2025 haben sie in Freiberg eine Technikumsanlage, eine wichtige Vorstufe zur Großanlage, in Betrieb genommen. Dabei wurden bereits die ersten Liter des umweltfreundlichen Jetfuels hergestellt. Ziel ist es, die Technologie sukzessive zu optimieren und weiterzuentwickeln, um in vier bis sechs Jahren Deutschlands erste industrielle und kommerzielle Großanlage nach der Methanol-to-Jetfuel-Route zu errichten. Die Anlage am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) in Freiberg ist Teil des Forschungsprojekts Ewopro (Entwicklung des Olefins-to-Jetfuel-Prozesses als hochinnovative Stufe der Herstellung von Kerosin aus erneuerbarem Methanol). Ewopro wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert, das inzwischen unter dem Namen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) firmiert, und vom Projektträger Jülich (PTJ) koordiniert.
Das Projekt Ewopro ist eine Fortsetzung des erfolgreichen Kerosyn100-Projekts und wird noch bis Sommer 2026 gefördert. Im Fokus steht die Entwicklung nachhaltiger, synthetischer Kraftstoffe für die Luftfahrtindustrie (Sustainable Aviation Fuel, SAF), die das fossile Kerosin anteilig und perspektivisch auch vollständig ersetzen sollen. Im Vorhaben Ewopro steht dabei der Olefins-to-Jetfuel-Prozess als Herzstück der Methanol-to-Jetfuel-Route im Fokus. „Der erfolgte Skalierungsschritt stellt einen Meilenstein für die Schließung der Kohlenstoffkreisläufe dar“, sagt Martin Gräbner, Professor für Energieverfahrenstechnik am IEC. „Die Ergebnisse der Anlage bilden die Basis für die industrielle Anwendung und ermöglichen somit zeitnah einen signifikanten Beitrag zur Klimaneutralität.“ Und Prof. Sven Kureti, Inhaber des Lehrstuhls für Reaktionstechnik am IEC, ergänzt: „Ich freue mich, dass sich mit der aufgebauten Technikumsanlage unsere Katalysatorforschung weiter in Richtung technische Anwendung entwickeln kann.“
Wettbewerbsfähiger Markt und Vision für die Zukunft
Die Fluggesellschaften der Welt innerhalb der International Air Transport Association (Iata) haben zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Kohlenstoffemissionen zu erreichen. Dabei gibt es zu flüssigen Flugkraftstoffen keine Alternative, da sie für Langstreckenflüge eine hohe Energiedichte bereitstellen müssen, um solche Distanzen zu überwinden. Erste Produzenten bieten bereits synthetische Kraftstoffe auf Biobasis oder Fischer-Tropsch-Basis an, jedoch sind die Kapazitäten weltweit noch begrenzt. eSAF-Technologien auf der Methanolroute sind hoch effizient durch eine hohe Produktausbeute mit geringem Energiebedarf.
„Mit unserer patentierten Methajet-Technologie schaffen wir eine nachhaltige Alternative zu fossilem Kerosin und stärken gleichzeitig die Wertschöpfung in Deutschland und Europa,“ erklärt Jörg Engelmann, Geschäftsführer der CAC Engineering, Technologiegeber und Projektverbundkoordinator. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren wie etwa Fischer-Tropsch kann Methanol an energiebegünstigten Orten produziert und als flüssiger Energieträger effizient transportiert werden. Die finale Aufbereitung kann sowohl an diesen Gunststandorten als auch an europäischen Standorten mit entsprechender Infrastruktur erfolgen.“ Der Chemnitzer Ingenieursdienstleister für den Großanlagenbau hat bereits erfolgreich die innovative Technologie zur Herstellung synthetischen, klimaneutralen Benzins zur Marktreife geführt und plant aktuell Deutschlands erste kommerzielle Benzinsyntheseanlage.
Neben der TU Bergakademie Freiberg gehören DBI Gas- und Umwelttechnik und das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (Fraunhofer IKTS) zu den geförderten Projektpartnern.
Nächste Schritte
Erste Kerosinmuster für den Zertifizierungsprozess sollen 2026 bei der internationalen Standardisierungsorganisation ASTM eingereicht werden. Ein sehr erfolgreiches Prescreening erfolgte bereits 2024 im Rahmen des Forschungsprojektes Kerosyn100.
Eine erste industrielle und kommerzielle Produktionsanlage mit einer Jahreskapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr soll bereits 2030 in Betrieb gehen, unter Berücksichtigung einer erwarteten Bauzeit von rund drei Jahren.
Stand: 08.12.2025
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