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Bisweilen wird auch die Baustoffproblematik außer Acht gelassen: Poröse Materialien wie Nivelliermasse, Leichtbeton und Holzkonstruktionen sättigen sich mit dem giftigen Übergangsmetall. Dieser Tatsache müssen die Unternehmen Rechnung tragen. Ist die Zeit für Firmen, die den Außerbetriebnahmeprozess noch nicht eingeleitet haben, also bereits abgelaufen? Nicht zwingend. Durch die Verzögerungen werden die Sanierungskosten jedoch meist erheblich in die Höhe getrieben, da das Quecksilber weiterwandert und zusätzliche Schäden verursacht.
So halten Sie die Kosten im Griff
Die schlechte – und gleichsam unvermeidliche – Nachricht ist, dass die Kosten der Umstellungs- oder Stilllegungsverfahren häufig sehr hoch sind. Im Rahmen eines laufenden Sanierungsprojekts in einer kürzlich stillgelegten Anlage, in der Graphitanoden zum Einsatz kamen, stellte Golder Associates fest, dass das Gelände stark mit Dioxinen und Quecksilber verunreinigt war.

Die Industrieberater mussten daher eine Entsorgungsstrategie über die Landesgrenzen hinaus ausarbeiten. All die Kosten werden eher nicht sinken – ganz im Gegenteil. In Europa gibt es nur eine begrenzte Zahl an Endlagern für Quecksilber. Die zunehmende Nachfrage wird einen erheblichen Anstieg der Entsorgungskosten nach sich ziehen. Man kann nur spekulieren, wie sich die Preise bis Ende 2017 und darüber hinaus entwickeln. Eine kluge Vorausplanung ist daher entscheidend.
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Vorbereitung ist alles bei der Umstellung der Chlorchemie
Eine sorgfältige Vorbereitung und Bewertung der Ausgangslage sind von entscheidender Bedeutung, um unangenehmen Überraschungen entgegenzuwirken. Alle Betreiber sollten sich der folgenden Fakten bewusst sein:
- Verlust von Schlüsselmitarbeitern – Bei Stilllegung einer Anlage sollte man versuchen, Schlüsselmitarbeiter während der Außerbetriebnahmephase im Unternehmen zu halten. Die Erfahrung und Kenntnisse der Standorttechniker und -chemiker lassen sich nur schwer durch externe Mitarbeiter ersetzen.
- Regulatorische Perspektive – Häufig vergessen Unternehmen, die die Entscheidung aufgeschoben haben, wie energisch die EU-Behörden die Einstellung des Quecksilberverfahrens vorantreiben. Die neuen Bestimmungen haben oberste Priorität und die Behörden stehen unter hohem Druck, die neuen Regelungen umzusetzen. Daher müssen sich die Firmen im Klaren darüber sein, welche Anforderungen die nationalen Regulierungsbehörden im Einzelnen stellen.
- Standortbewertungen sind zeitaufwändig – Wahrscheinlich sind für eine umfassende Beurteilung mehrere aufeinanderfolgende Untersuchungen erforderlich, da die Standorte oftmals großflächig angelegt und sehr komplex sind. Die drei wichtigsten Anforderungen in diesem Zusammenhang bestehen somit darin, sich des Umfangs des Vorhabens vollständig bewusst zu werden, entsprechende finanzielle Vorkehrungen zu treffen und für eine rechtzeitige Vergabe zu sorgen.
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